BYD_Elektromobilität_China

BYD, hier der E6, zählt zu den großen Nummern im Elektroauto-Geschäft in China. Angeschoben und gestützt von staatlichen Subventionen baut das Land seine Vormachtstellung als Produzent von E-Autos weiter aus. Bild: BYD

Der Aufstieg zum weltweit führenden Standort bei der Produktion von Elektrofahrzeugen ist erklärtes wirtschaftspolitisches Ziel der chinesischen Regierung, entsprechend wird der Sektor stark von staatlicher Förderung angeschoben. Das schlägt sich in einer deutlichen Aufwärtsbewegung bei Produktion und Verkauf nieder. So hat nun der chinesische Herstellerverband CAAM bekannt gegeben, dass im Jahr 2016 Stand Ende November 402.800 Autos mit elektrischem Antrieb im Land produziert wurden. Das ist nach CAAM-Lesart ein Zuwachs um 44,27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Zahlen sagte der Verbands-Vize Xu Yanhua gegenüber der Nachrichtenagentur Xinhua, dass zum Ende des Jahres 2016 40 Prozent der Elektroautos weltweit in China gebaut werden. Parallel zum Zuwachs in der Produktion wurden – ebenfalls laut CAAM – in den ersten zehn Monaten 337.000 sogenannter New Energy Vehicles (NEV) im Land verkauft – ein Plus von über 82 Prozent.

In die Erfolgsmeldungen aus dem NEV-Sektor mischten sich aber auch kritische Töne. So gab Wang Binggang, in China von staatlicher Seite für das NEV-Programm zuständig, gegenüber China Daily zu bedenken, dass der Elektroauto-Absatz stark durch die Politik getrieben sei und nicht vom privaten Konsum. Nach Binggangs Einschätzung werde es noch lange dauern bis der Sektor ohne staatliche Stütze auf eigenen Beinen stehen kann.

Entwicklung hängt am Tropf staatlicher Förderung

Einige Zweifel gibt es von unabhängiger Seite an den CAAM-Zahlen. Zwar komme China tatsächlich auf über 40 Weltmarktanteil bei der Produktion von E-Fahrzeugen, IHS Automotive kommt aber nur auf etwas über 265.600 lokal gefertigte Einheiten in diesem Jahr. Die weltweite Produktion von E-Fahrzeugen, also reine Stromer und Plug-in-Hybride liegt laut den Marktexperten bei 545.000 Einheiten.