Das Gros der Sprinterfertigung bleibt zwar weiter in Düsseldorf und Ludwigsfelde. Weil aber in

Das Gros der Sprinterfertigung bleibt zwar weiter in Düsseldorf und Ludwigsfelde. Weil aber in Nordamerika ein weiteres Werk gebaut werden soll und dies wahrscheinlich Arbeitsplätze in Deutschland kosten wird, protestiert die Gewerkschaft gegen Daimler. Bild: Daimler

Ein massiver Arbeitsplatzabbau mit dem Ziel einer Verlagerung in einen anderen Wirtschaftsraum sei ein Tabubruch und absolutes Novum bei Daimler, sagte der NRW-Chef der IG Metall, Knut Giesler, am Freitag in Düsseldorf. Gewerkschaft und Betriebsrat befürchten den Wegfall von 1.800 Jobs in Düsseldorf. Insgesamt sind dort bei Daimler 6500 Menschen beschäftigt.

Der Autokonzern hatte am Dienstag angekündigt, in Nordamerika ein zusätzliches Werk für die nächste Generation des Transporters zu bauen. Der Generationswechsel steht etwa 2016 an. Zugleich beschloss das Unternehmen Investitionen von 300 Millionen Euro für den bestehenden Standort in Düsseldorf – das weltweit größte Transporterwerk von Daimler. Neue Investitionsversprechen reichten aber bei weitem nicht, sagte Giesler. “Für uns zählt jeder Arbeitsplatz.”

Der Düsseldorfer Betriebsrat und die Firmenleitung verhandeln derzeit über die Zukunft des Werkes. Eine Lösung solle “in den nächsten Wochen, auf jeden Fall in diesem Jahr” gefunden werden, sagte ein Daimler-Sprecher. Bisher gebe es noch keine Entscheidung zu den Auswirkungen beim Personal. Bei Daimler sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2016 ausgeschlossen.

So ungewöhnlich wie von der IG Metall beklagt, ist der Schritt von Daimler nicht. Längst gehört es zu den Gepflogenheiten der globalen Autoindustrie vor allem dort Kapazitäten aufzubauen, wo man die höchsten Wachstumschancen sieht. Im Falle des Sprinter ist dies Nordamerika. Bislang haben die Stuttgarter erhebliche Wettbewerbsnachteile, weil sie die Sprinter für Nordamerika in Deutschland fertigen, teildemontieren, um sie dann in Nordamerika wieder zusammen zu bauen.

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fv/dpa