Suzuki Produktion Indien

Weil die Produktionskosten steigen, haben mehrere indische Autobauer bereits Werke zeitweise stillgelegt und bauen Lagerbestände ab. - Bild: Suzuki

Denn anders als die japanische Konkurrenz, die von einem schwachen Yen dank ihrer hohen Exporte immens profitiert, setzen die Inder allgemein viel auf dem Heimatmarkt ab. Wegen der schleppende Autonachfrage in Indien und wegen des harten Wettbewerbs können die Autobauer die Produktpreise nicht erhöhen. Gleichzeitig steigen die Produktionskosten. Als Konsequenz haben mehrere indische Autobauer bereits Werke zeitweise stillgelegt und bauen Lagerbestände ab.

Die indische Rupie fiel den fünften Handelstag in Folge zeitweise auf ein Rekordtief, der Kurs für einen Dollar lag bei 65,56 Rupien. Mitverursacht wurde der Absturz der Rupie durch die massenhafte Kapitalflucht aus dem Land in Erwartung einer weniger lockeren Geldpolitik der US-Notenbank. Investoren hatten ihr Geld zuletzt wegen der niedrigen Zinsen in den USA verstärkt auch in Indien angelegt.

Autobauer greifen nun verstärkt auf Inlandslieferanten zurück

Durch die billige Rupie müssen die Autobauer jetzt auch die Importteile teurer bezahlen. Die Manager der Autobauer kündigten an, nun verstärkt auf Inlandslieferanten zurückzugreifen. Die Zulieferer stehen aber auch vor Problemen, denn Rohstoffe wie Stahl, Aluminium und Kupfer haben sich jüngst verteuert. Diese müssen auch importiert und mit Rupien bezahlt werden.

R. Sethuraman, Manager bei der indischen Tochter der südkoreanischen Hyundai Motor, sagte, die indische Autoindustrie leide im Moment doppelt. Zum einen habe die schwache Konjunktur die Industrie bereits seit zehn Monaten unter Druck gesetzt. Und nun belaste die schwache Rupie den Kostenblock. Der Autobauer Hyundai ist der größte Fahrzeugexporteur aus Indien, er konnte von der schwachen Rupie bislang noch profitieren. Dies werde nun aber von den steigenden Kosten für den Einkauf von Autoteilen aufgezehrt, so R. Sethuraman weiter. Zudem stiegen auch die Treibstoffkosten. Hyundai India beziehe zwischen 90 und 95 Prozent der benötigten Autoteile von indischen Lieferanten, und der Rest müsse im Ausland gekauft werden. “Der Fall der Rupie treibt unsere Kostenseite hoch.”

Der Wettbewerber Renault Nissan Automotive India versucht nach eigenen Aussagen nun auch mehr Fahrzeugteile von indischen Anbietern zu kaufen. Sunil Rekhi, Finanzchef bei dem Konzern, erklärte, die Quote liege derzeit bei 70 bis 80 Prozent. Nun soll dieses Verhältnis auf über 90 Prozent ausgebaut werden. Renault Nissan Automotive India hat aber derzeit noch den Vorteil, eine hohe Exportquote zu besitzen. Das Unternehmen gilt als der zweitgrößte Exporteur von Autos aus Indien heraus.

Billige Rupie triebt Rohstoffkosten in die Höhe

Vinnie Mehta, der dem indischen Verband der Autoteilezulieferer vorsteht, sagte, die billige Rupie habe die Kosten für die Rohstoffe wie Stahl hochgetrieben. Das drücke die Gewinnmarge der Zulieferer. Seit Januar fallen die Autoverkäufe im Vergleich zum Vorjahr, und auch die Rabatte und Kaufanreize haben den Trend in Indien bislang nicht brechen können. Die höheren Benzin- und Dieselpreise, steigende Darlehenszinsen und die Angst vor Arbeitslosigkeit halten die Kauflaune der Inder in Schach. Im vergangenen Fiskaljahr per Ende März war der Autoabsatz in Indien das erste Mal seit einem Jahrzehnt auf Jahressicht rückläufig. Die Verkäufe knickten um 6,7 Prozent ein.

Der Lobbyistenverband Indian Automobile Manufacturers rechnet damit, dass die Verkäufe im laufenden Haushaltsjahr um drei bis fünf Prozent steigen. Autohersteller und Analysten halten diese Prognose für unrealistisch.

C. Ramakrishnan, Finanzvorstand bei Tata Motors, sprach noch ein weiteres Problem an. Durch die schwache Rupie werde die Rückzahlung der Schulden in Fremdwährungen teurer, sagte er. Ein Viertel der ausstehenden Schulden von 180 Milliarden Rupien habe Tata in Fremdwährungen, erklärte der Manager beim größten indischen Autobauer gemessen am Umsatz vor einigen Tagen dem Wall Street Journal.

Für die japanische Suzuki Motor, die rund 56 Prozent der Anteile an Maruti Suzuki besitzt, bedeute die schwache Rupie geringere Gewinne zu Hause und in Indien, sagte ein Sprecher. Zum einen erhöhten sich dadurch die Importkosten von Maruti für Zuliefererteile. Zum anderen stiegen auch die Lizenzzahlungen an die Japaner, die in Yen berechnet werden.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke