Der Insolvenzverwalter des Automobilzulieferers Kaiser will bis Jahresmitte eine dauerhafte

Der Insolvenzverwalter des Automobilzulieferers Kaiser will bis Jahresmitte eine dauerhafte Fortführungslösung realisieren und das Unternehmen wieder auf eine solide finanzielle Basis stellen. - Bild: Mast - Fotolia.com

“Gleichzeitig haben sich bereits mehrere Interessenten für eine Übernahme gemeldet?, sagte Jaffé. Das Unternehmen hatte vor drei Monaten Insolvenzantrag gestellt. Die rund 650 Mitarbeiter Lieferanten von Komponenten für Getriebe, Motor und Bremsen erhalten nach dem Ende des Insolvenzgeldzeitraums seit Anfang Februar auch wieder ihre regulären Lohn- und Gehaltszahlungen.

In den beiden Kaiser-Werken in Aicha vorm Wald und Straßkirchen-Salzweg (Landkreis Passau) herrsche wieder normaler Betrieb, teilte Jaffé weiter mit. “Die Kunden stehen weiter zu Kaiser und haben auch neue Aufträge erteilt. Auf dieser Grundlage kann der Betrieb die Löhne und Gehälter wieder aus eigener Kraft erwirtschaften, Personalmaßnahmen waren bislang nicht erforderlich”, betonte der Insolvenzverwalter bei einer Betriebsversammlung in Aicha vorm Wald.

Dauerhafte Fortführungslösung soll bis zur Jahresmitte stehen

Es gebe aktuell mehrere Interessenten, die sich nach ersten Gesprächen und der Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung mit einem Einstieg bei Kaiser befassen. “Unser Ziel ist es, bis Jahresmitte eine dauerhafte Fortführungslösung zu realisieren und Kaiser wieder auf eine solide finanzielle Basis stellen”, sagte Jaffé. Die Kaiser GmbH ist seit mehr als 30 Jahren für die deutsche Automobilindustrie auf dem Gebiet der zerspanenden Serienfertigung und im optionalen Beschichten von wichtigen Bauteilen aus Grau- und Sphäroguß, Stahl sowie den Leichtmetallen Aluminium und Magnesium tätig. Als verlängerte Werkbank produziert Kaiser so unter anderem Airbag- und Antriebs-Komponenten, Bremsscheiben und ?trommeln, Gehäuse für ABS, Kupplung, Getriebe, Hinterachse und Wasserpumpen, Zylinderblöcke, Schwungräder, Ölwannen, Achsschenkel und Querlenker. Komponenten von Kaiser finden sich nach Unternehmensangaben in nahezu jedem Dieselfahrzeug eines deutschen Automobilherstellers. 2012 lieferte Kaiser 24 Millionen Teile aus.

Von 2000 bis 2008 verzeichnete das Unternehmen ein rasantes Wachstum und verdreifachte nahezu den Umsatz. Nach dem krisenbedingten Einbruch ab 2009 hatte das Unternehmen zuletzt wieder Erlöse von rund 90 Millionen Euro erwirtschaftet.

Alle Beiträge zu den Stichwörtern Kaiser Insolvenz

Jaffé Rechtsanwälte/Andreas Karius