Intel_Übernahme_Mobileye

Durch die jetzt abgeschlossene Übernahme von Mobileye ganz dick im Geschäft um die Entwicklung des autonomen Fahren: Intel. Bild: Intel

| von Frank Volk

Der US-Halbleiterhersteller hatte Mitte März die Übernahme publik gemacht, jetzt wurde die Transaktion abgeschlossen. Für Aufsehen sorgte die enorme Summe von 15,3 Milliarden US-Dollar, die Intel für das 1999 gegründet 600-Mitarbeiter-Unternehmen zahlt. Teils würde die Übernahme als Panikaktion eines Branchenriesen belächelt, der den Anschluss an die flinkere Konkurrenz verloren hat.

Mobileye ist Pionier für Technologien für autonomes Fahren und Unfallprävention solcher Fahrzeuge und hat sich durch verschiedene Kooperationen mit Unternehmen wie BMW, Volvo und Cadillac einen Namen gemacht. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde das israelische Unternehmen allerdings dadurch bekannt, dass es eine Zusammenarbeit mit Tesla aufkündigte, weil der Elektroautobauer ein von Mobileye mit entwickeltes Autopilot-System eingesetzt hatte, obwohl dieses noch nicht voll ausgereift gewesen sei – so zumindest die Position von Mobileye.

In einem Statement zum Abschluss der Übernahme zeigt sich Intel-Vizepräsidentin Kathy Winter überzeugt, dass man in der neuen Aufstellung eine führende Rolle bei der Entwicklung  des autonomen Fahrens einnehmen werde.

Nach der Übernahme will Intel jetzt eine neue Sparte für autonomes Fahren aufbauen. Sie wird von Mobileye-Mitbegründer Amnon Shashua geleitet. Das Hauptquartier von Mobileye bleibt in Israel.

Bereits vor der Übernahme arbeiteten Intel und Mobileye mit BMW als  Kooperationspartner zusammen. Gemeinsam entwickelten die Unternehmen eine Plattform für „Highly Automated Driving“. Dieser Plattform sind inzwischen eine Reihe weiterer Unternehmen beigetreten, unter diesen Continental und Delphi.

Hatte es unter Marktkennern zunächst Kopfschütteln über hohen Preis gegeben, den Intel für Mobileye zahlt, so mehrten sich zuletzt die positiven Kommentare. So ist das neue Unternehmen in Kombination mit den Kooperationspartnern nach Einschätzung von IHS Markit „extrem gut aufgestellt“ bei der Entwicklung und späteren Vermarktung von Technologien für das autonome Fahren.