BMW 3er breit

BMW rechnet damit, in diesem Jahr mehr Geld zu investieren als in der Konzernplanung im Normalfall vorgesehen. - Bild: BMW Group

Im dritten Quartal dürfte der operative Gewinn der Bayern deswegen geschrumpft sein. Überraschen sollte das jedoch nicht, da das Unternehmen den Markt bereits mehrfach darauf vorbereitet hatte, dass der Großteil der Belastungen für wichtige Zukunftsprojekte in der zweiten Jahreshälfte anfallen wird. Insgesamt hat BMW für dieses Jahr Vorleistungen in Aussicht gestellt, die rund eine Milliarde Euro über denen des Vorjahres liegen.

BMW befindet sich inmitten eines massiven Investitionszyklus. Das für teures Geld komplett neu entwickelte Elektroauto i3 steht in den Startlöchern. Zudem sind neue, herkömmliche Modelle in Vorbereitung und weltweit werden die Kapazitäten ausgebaut, um sich von Wechselkursschwankungen und Zöllen unabhängiger zu machen.

Münchener investieren mehr Geld als vorgesehen

Insgesamt rechnet der weltgrößte Premiumautobauer daher damit, in diesem Jahr mehr Geld zu investieren als in der Konzernplanung im Normalfall vorgesehen. In die Forschung und Entwicklung will BMW eigentlich maximal 5,5 Prozent des Umsatzes stecken, die gesamte Investitionsquote liegt normalerweise maximal bei sieben Prozent. Beide Werte werden dieses Jahr nach bisherigen Angaben des Unternehmens überschritten.

Interessant wird die Antwort auf die Frage sein, wie stark genau diese Investitionen sowie die weiter schwache Nachfrage in Europa auf BMWs vielbeachteter Rendite im Automobilgeschäft gelastet haben und wie die Bayern im Wettbewerbsvergleich abschneiden werden. Die Erzrivalen haben schon vorgelegt.

Audis Rendite schrumpfte im dritten Quartal ebenfalls wegen hoher Investitionen um gut einen Prozentpunkt auf rund 9,4 Prozent. Dank der erfolgreich angelaufenen Produktoffensive und rigider Sparmaßnahmen steigerte Mercedes-Benz dagegen das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um fast ein Viertel, womit die Marge zwar von 6,4 auf 7,3 Prozent zulegte, die Schwaben aber immer noch hinter der Konkurrenz liegen.

Die Prognose für das laufende Jahr dürfte BMW nach Einschätzung von Analysten am Dienstag bekräftigen. Die Münchener wollen den Absatz steigern und einen Vorsteuergewinn in der Größenordnung des Vorjahres erreichen. Im Automobilbereich soll die operative Rendite im nachhaltigen Zielkorridor von acht bis zehn Prozent liegen.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke