VW

VW muss harte Kritik von Finanzinvestor TCI einstecken. Bild: ks

In einem Brief an VW-Vorstände und –Aufsichtsräte rechnet Chris Hohn vor, dass der operative VW-Gewinn zwischen 2011 und 2016 bei 11,3 Milliarden Euro verharre. "Schockierenderweise haben die neun Mitglieder des Vorstandes in dieser Zeit 400 Millionen Euro eingestrichen."

Welchen Einfluss der Investor tatsächlich geltend machen kann, ist offen. Einem Bericht der Financial Times zufolge hat TCI stimmrechtslose VW-Vorzugsaktien im Wert von 1,2 Milliarden Euro gekauft.

Der Aufsichtsrat von Europas größtem Autobauer sieht die Aktienkäufe durch den Finanzinvestor wohl bislang gelassen. Aus dem Umfeld eines Aufsichtsrates hieß es, die Einflussmöglichkeiten der Aktionäre bei VW seien durch die Verteilung der stimmberechtigten Stammaktien auf die Familie Porsche/Piëch, das Land Niedersachsen und den Großaktionär Katar sehr begrenzt.

Somit dürfte der Finanzinvestor TCI VW abseits von neuer Unruhe - insbesondere bei der Hauptversammlung am 22. Juni in Hannover - zunächst keine größeren Probleme bereiten, lautete die übereinstimmende Einschätzung. "Natürlich ist das keine gute Nachricht, aber ich gehe nicht davon aus, dass uns das vor größere Probleme stellen wird", sagte einer der 20 Chefaufseher von VW der Deutschen Presse-Agentur.

Dies gelte auch für die vom TCI-Chef Hohn geäußerte Kritik an der VW-Machtarchitektur. Und dies gelte logischerweise auch mit Blick auf die Gefahr einer Übernahme, "die natürlich kein Thema ist", hieß es weiter. "Zur Wahrheit gehört aber natürlich auch, dass wir derzeit infolge der weltweiten Abgaskrise Wichtigeres zu tun haben, als uns mit einem aggressiven Finanzinvestor herumzuärgern."