Leichtbauallianz für den Automobilbau: Geschäftsführer Rüdiger Hoffmann (links) der ISE

Leichtbauallianz für den Automobilbau: Geschäftsführer Rüdiger Hoffmann (links) der ISE Automotive GmbH und Geschäftsführer Karl Kipry der Heatform GmbH vor der Heatform-Anlage in Duisburg. - Bild: Heatform

Die Umformtechnik für Hohlkörper der Heatform GmbH erlaubt hohe Umformgrade und komplexe Formen von hochfesten Legierungen in Aluminium und Stahl. Damit werden neue konstruktive Möglichkeiten für die Auslegung, Funktion, Geometrie und damit auch das Gewicht von Strukturbauteilen aufgezeigt. Der ISE Automotive GmbH ermöglicht dies neue Ansätze für die wirtschaftliche Herstellung von leichten und festen Strukturbauteilen wie A/B-Säulen oder Quer- und Längsträgern von Automobilen. Die Zusammenarbeit beider Unternehmen startete im August 2010.

Nach Ansicht beider Partner bietet die begonnene Kooperation neuartige Ansätze, um Fahrzeuge leichter zu machen. „Das Know-how von ISE im Bereich der Anforderungen an Strukturteile und Baugruppen und der Serienherstellung gibt dem Heatform-Verfahren eine Chance mit bestehenden Fertigungstechnologien zu konkurrieren und darüber hinaus einen Beitrag zu leisten, Fahrzeuge leichter und besser zu bauen“, erklärt Heatform-Geschäftsführer Karl Kipry.

„Unsere Erfahrungen in der Auslegung von Baugruppen und unser Ziel, eine dominierende Rolle im Leichtbau von zukünftigen Strukturbauteilen einzunehmen, motiviert uns nachhaltig in das Heatform-Verfahren und der Entwicklung neuer Konzepte auf Basis des Verfahrens zu investieren“, ergänzt Rüdiger Hoffmann, Geschäftsführer bei ISE Automotive, verantwortlich für die Bereiche Fahrwerk- und Karosserie-Module.

Nachdem das Heatforming-Verfahren für verschiedene Komponenten bereits bis zu einer Größe von 1.000 mm im Automobil genutzt wird, soll das Spektrum auf Strukturteile bis 3.000 mm in Zukunft ausgedehnt werden. Um Bauteile dieser Größe herzustellen, wird derzeit eine Anlage für Innenhochdruck-Umformung (IHU) der ISE am Standort Duisburg umgerüstet. Auf der sollen Prototypen und Kleinserien gefertigt werden. Die Umrüstung umfasst eine neue Steuerung, Heizung für die Werkzeuge und die Bereitstellung des für die Umformung erforderlichen Wirkmediums.

Das Heatforming-Verfahren erlaubt die Fertigung von Bauteilen mit bisher ungekannten Freiheitsgraden im Hinblick auf Design und Funktionalität. Selbst komplexe Formen mit axialen oder radialen Hinterschnitten – bis hin zu einer dreidimensionalen Formgebung – sind machbar. Damit werden die bisherigen Möglichkeiten des Hydroformings oder auch des IHU-Verfahrens und des superplastischen Formens (SPF) deutlich erweitert. Zusätzliche mechanische Bearbeitungsverfahren sowie Wärmebehandlung und Oberflächenveredlung führen zu einbaufertigen Produkten oder ganzen Baugruppen, die nun aus einer Hand angeboten werden können. Ihr gemeinsames Angebot werden die beiden Kooperationspartner übrigens erstmalig auf der 12. Internationalen Karosserie-Benchmark-Konferenz EuroCarBody in Bad Nauheim vom 19. bis 21. Oktober 2010 der Fachwelt präsentieren.