Geht seit Montag im Werk Solihull vom Band: BMW 3er-Rivale Jaguar XE: Bilder: JLR

Geht seit Montag im Werk Solihull vom Band: BMW 3er-Rivale Jaguar XE: Bilder: JLR

Das Werk Solihull gibt es seit 70 Jahren. Der erste Jaguar ging dort am gestrigen Montag (13. April) vom Band. Bis dato wurden in den britischen Midlands ausschließlich Range Rover und Land Rover-Modelle produziert, unter ihnen der legendäre Defender. Für die Fertigung des kompakten Jaguar XE wurde ein Werk im Werk auf einer Fläche von 165.000 Quadratmetern errichtet. Dass der Kompakt-Jaguar, mit dem die Engländer besonders auf BMW 3er-Kundschaft schielen, in Solihull gebaut wird und nicht im Jaguar-Stammwerk Castle Bromwich, hängt stark mit der Kompetenz im Bau von Aluminium-Karosserien zusammen. Diese haben die Briten seit 2012 in Solihull konzentriert. Das Werk verfügt durch die Erweiterung für den XE über die europaweit größten Produktion von Aluminium-Karosserien. Alleine in diese hat der Autohersteller rund 500 Millionen Pfund investiert. Die Fertigung dort ist zu 100 Prozent automatisiert, 618 Roboter verrichten ihr Werk. Liegt die Cycle-Time in der älteren Range Rover-Produktion bei 140 Sekunden, beträgt sie beim Jaguar XE gerade noch 78 Sekunden. Ein exklusiver Fall ist der neue Werkteil für Jaguar nicht. Mit dem XE kann der Range Rover Sport auf einer Linie gefertigt werden.

Durch den Ausbau für den XE verfügt Solihull über den größten Alu-Karosseriebau in Europa. Bild: JLR

Durch den Ausbau für den XE verfügt Solihull über den größten Alu-Karosseriebau in Europa. Bild: JLR

Für den Standort selbst bedeutet der Ausbau einen Riesensprung. Er erlebe gerade die aufregendste Zeit bei Jaguar Land Rover, sagte Werkleiter Alan Volkaerts. Die Hereinnahme der XE-Produktion sei der wichtigste Schritt seit Jahrzehnten. Das dokumentiert sich auch in der Mitarbeiterentwicklung: Lag die Zahl der Beschäftigten im April 2011 noch bei etwas über 4.300, waren es beim Produktionsstart jetzt über 9.000 Mitarbeiter.

Viel Bewegung bringt der massive Ausbau des Werks, in das in den letzten drei Jahren rund eine Milliarde Pfund investiert wurde, in die Zuliefererszene. So wurden laut JLR mit 55 Zulieferern neue Verträge im Wert von vier Milliarden Pfund abgeschlossen. 55 Prozent der Komponenten für die XE-Produktion kommen von lokalen Zulieferern.

Der Jaguar XE gilt als Schlüsselmodell für die Wachstumspläne der Briten. Verkaufte JLR im vergangenen Jahr weltweit rund 80.000 Fahrzeuge, könnte der Absatz nach Einschätzung von IHS Automotive bis 2018 auf etwa 230.000 Einheiten steigen.

Passend zum Produktionsstart in Solihull vermeldete der britische Autobauer für März einen neuen historischen Absatzrekord. Demnach stieg der Fahrzeugverkauf um sechs Prozent auf 58.481 Einheiten. Dabei entfielen 49.000 Einheiten auf Range Rover und Land Rover-Modelle, 9.400 auf Jaguar.

Alle Beiträge zu den Stichwörtern JLR Jaguar XE

Frank Volk