Automobilzulieferer

Jede Nachfrageschwankung wird zuerst die Zulieferer treffen. - Bild: Bosch

Experten sind sich in einig: Flexibilität ist wichtiger denn je. Vor allem beim Beschäftigungsaufbau.

Laut Dennis Snower, Chef des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, lässt das japanische Natur- und Nukleardebakel mehrere Szenarien für die weitere Wirtschaftsentwicklung zu – von “Alles beruhigt sich in Kürze” über einen Produktionsstillstand vor allem bei wichtigen Firmen der Elektronik und der Automotive Lieferkette bis hin zu einem Wendepunkt in der Weltkonjunktur. ‚

Alles auf den Prüfstand ist zunächst die Devise, mit der sich jetzt die Atomindustrie auseinander setzen muss. Doch um ein Prüfen dürften auch viele Zulieferer nicht herum kommen – nämlich zu prüfen, was sie tun, wenn der Absatzboom der letzten Monate in sich zusammen fällt. Zwar gibt es (noch) kein “worst case” Szenario. Wenn es jedoch eintritt, kommt es vor allem auf Flexibilität an. Ob diese nach dem aktuellen Beschäftigungsaufbau wirklich gegeben ist, bezweifeln etliche Sachverständige.

Der Chef der Fertigungsberatung Concept AG Dr.-Ing. Harald Balzer mahnt, dass die Stammbelegschaft auf 16 Schichten ausgelegt sein sollte. Mit den jetzt vielerorts gefahrenen 21 Schichten und einer 95prozentigen Abdeckung durch die eigene Mannschaft sei kein Puffer da, um Produktionsrückgänge flexibel aufzufangen. Er fragt sich: „Warum wird das in der letzten Krise Gelernte jetzt nicht angewandt?“ Ähnlich auch Prof. Wildemann aus München. Er warnt, dass jede Nachfrageschwankung zuerst den Zulieferer trifft: „Der Zulieferer muss Opportunist sein. Systemkompetenz ohne Flexibilität taugt nichts.“