JLR Großbritannien

Jeder sechste Job in der britischen Autoindustrie steht aufgrund der Coronakrise auf dem Spiel. Zusätzliche Einbußen drohen im Falle eines harten Bruchs mit der Europäischen Union. Bild: Jaguar Land Rover

| von Roswitha Maier

Eine Mitgliederbefragung hatte ergeben, dass zahlreiche Arbeitnehmer in der Branche in Kurzarbeit seien. Allein im Juni sei die Streichung von mehr als 6.000 Stellen angekündigt worden. Zusätzliche Einbußen fürchtet der SMMT im Falle eines harten Bruchs mit der Europäischen Union nach der Brexit-Übergangsphase. Sie soll nach dem Willen der Regierung in einem halben Jahr enden.

Die Corona-Krise habe alle Kapazitäten verbraucht, sagte SMMT-Chef Mike Hawes auf einer Konferenz der Autoindustrie. "Die Branche verfügt weder über die Ressourcen, die Zeit noch die Klarheit, um sich auf einen weiteren Schock eines harten Brexits vorzubereiten."

Rund 80 Prozent der britischen Autoproduktion gehen in den Export, die meisten Fahrzeuge landen in der EU. Die Autoindustrie setzt sich für ein weitreichendes Freihandelsabkommen mit Brüssel ein.

In einer Übergangsfrist bis zum Jahresende gehört Großbritannien nach dem im Januar beschlossenen Brexit noch zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion, so dass sich im Alltag fast noch nichts geändert hat. Gelingt kein Vertrag über die künftigen Beziehungen, könnte es Anfang 2021 zum harten wirtschaftlichen Bruch mit Zöllen und anderen Handelshemmnissen kommen.