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Vorgaben der Europäischen Union verpflichten Autohersteller, neue Kältemittel für PKW-Klimaanlagen zu verwenden. Bild: bizoo_n - Fotolia.com

Das berichten Chemiker um Prof. Andreas Kornath von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) in der “Zeitschrift für Naturforschung”. Das bisher benutzte Mittel R123a soll wegen seiner Ozonschädlichkeit abgelöst werden. Doch auch das neue Kältemittel R1234yf ist in Deutschland umstritten: Tests hatten gezeigt, dass es sich bei Unfällen entzünden kann und Fluorwasserstoff (Flusssäure) freisetzt, heißt es in einer Mitteilung der LMU. Dieser Stoff sei so giftig, dass eine handtellergroße Verätzung tödlich enden kann. Nun fand das Team um Kornath heraus, dass 20 Prozent der Brandgase aus dem noch giftigeren Carbonylfluorid bestehen.

Nach Angaben der Umwelthilfe sind in Deutschland inzwischen etwa 100.000 Fahrzeuge mit dem neuen R1234yf unterwegs.

Update vom 10. April, 11:45 Uhr:

Mittlerweile wird die Zahl der der Pkws, die in Deutschland mit R1234yf ausgestattet sind, mit gut 120.000 Fahrzeugen angegeben. Das ergibt sich aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Partei Die Linke.

Der Hersteller des Kältemittels Honeywell hat unterdessen auf die Studie reagiert: Demzufolge ist die Erkenntnis, dass beim Brand von 1234yf Carbonylfluorid entsteht, keineswegs neu. Die Verwendung des Kältemittels sei aber dennoch sicher, weil das entstehende Giftgas nur Sekundenbruchteile existiere.

(Ende des Updates)

Zwischen der EU, deutschen Autoherstellern und Behörden schwelt seit längerem ein Streit um die Chemikalie. Industriekommissar Antonio Tajani >wirft den deutschen Behörden vor, widerrechtlich neue Fahrzeugtypen zu dulden, die mit einem veralteten Kältemittel befüllt sind.

Daimler hält R1234yf für gefährlich und lehnt die Verwendung ab. Der Konzern hat sich für die Entwicklung von CO2-Klimaanlagen entschieden, da nur diese aus Sicht des Stuttgarter Automobilherstellers die Anforderungen an Sicherheit und Klimafreundlichkeit erfüllen.

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dpa/Andreas Karius