Stefan Bratzel

Risiko Baukastensystem: Bei immer mehr gleichen Bauteilen, höherer technischer Komplexität und schnelleren Entwicklungszyklen nimmt die Fehlergefahr zu, so Autoexperte Stefan Bratzel. – Bild: CAM

Lean-Management, Qualitätskontrollen und steigende Automation: Trotz immer höherer Standards nehmen die Rückrufe in der Automobilindustrie ständig zu. Nach der jüngsten Studie des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach ist die Rückrufquote am amerikanischen Markt im ersten Halbjahr auf 455 Prozent gestiegen ? das höchste Niveau seit Beginn der CAM-Berechnungen im Jahr 2005. “Es spricht vieles dafür, dass 2014 ein weiteres Rekordjahr in Sachen Rückrufe wird”, sagt Stefan Bratzel, Direktor CAM.

Und dabei werden sehr viele der auftretenden Probleme bereits außerhalb der Öffentlichkeit gelöst, wie André Göhler, Consultant des Netzwerks Produktrückrufe.org, erklärt. “Oft erfährt der Kunde gar nichts von der Rückrufaktion, weil nicht einmal ein Anschreiben erfolgt, sondern die Mängel beim nächsten Werkstattbesuch einfach behoben und diese Arbeiten auf der Rechnung nicht angegeben werden.”

Ob öffentlicher Rückruf oder stiller: Es bleibt die Frage nach den Ursachen der zunehmenden Fehler. Laut CAM-Direktor Bratzel steigt das Risiko für Rückrufaktionen durch den zunehmenden Einsatz von Baukastensystemen, bei dem gleiche Bauteile in verschiedenen Fahrzeugen verbaut werden. “Bei immer mehr gleichen Bauteilen, höherer technischer Komplexität und schnelleren Entwicklungszyklen nimmt die Fehlergefahr zu”, kommentiert der Experte.

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Karoline Kopp