Dr. Degenhart

Elmar Degenhart: Für Continental läuft inzwischen alles wieder in geordneten Bahnen ab. - Bild: Continental

Der Autoausrüster Continental kann nach anfänglichen Schwierigkeiten in den ersten Wochen nach dem schweren Beben wieder auf alle japanischen Lieferanten zurückgreifen. “Es läuft inzwischen alles in geordneten Bahnen ab”, berichtet eine Sprecherin in Hannover. Elektronik-Komponenten für die Antriebs-, Sicherheits- und Informationstechnik in Autos seien problemlos zu bekommen.

Conti-Chef Elmar Degenhart hatte wenige Tage nach der Naturkatastrophe zunächst von Umsatzeinbußen “in einem überschaubaren Rahmen” gesprochen. Zeitweilig war der Konzern auch von Produktionsrückgängen seiner Kunden in Japan betroffen.

Die plötzlichen Engpässe bei Elektronik-Bauteilen hätten im Frühjahr der gesamten Autobranche zu schaffen gemacht, sagte ein VW-Konzernsprecher in Wolfsburg. “Wir haben aber direkt am Tag nach dem Unglück eine Expertengruppe mit Einkäufern, Logistikern und Produktionsfachleuten gebildet, um uns über die Versorgungslage klar zu werden.” Außerdem sei das Unternehmen nicht nur von einer einzigen Quelle abhängig. Deshalb sei die Produktion bei VW nicht beeinträchtigt worden. In Einzelfällen hätten Kunden auf Modelle mit bestimmten Sonderausstattungen etwas länger warten müssen.

Bei den Japanern ziehen die Zahlen wieder an

Die japanischen Autohersteller Toyota, Mazda und Nissan haben ihre Lieferrückstände nach eigenen Angaben inzwischen aufgeholt. “Für unsere deutschen Kunden gibt es keine Verzögerungen mehr, die aus dem Unglück resultieren”, sagte ein Mazda-Sprecher. Allerdings werde sich die Katastrophe sicherlich auch in den Geschäftszahlen für das laufende Jahr niederschlagen, da die Produktion im April und Mai unterbrochen werden musste. Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das bei Mazda am 31. März – also nach dem Erdbeben – endete, fuhr das Unternehmen einen Verlust von 500 Millionen Euro ein. Auch bei Toyota war der Absatz aufgrund von Lieferschwierigkeiten zurückgegangen. “Aber jetzt ziehen die Zahlen wieder an”, sagte eine Sprecherin.

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dpa-AFX/Guido Kruschke