Ein Auspuff ist auf dem Bild zu sehen.

BMW wird vorgeworfen Abschalteinrichtungen in einem Dieselfahrzeug eingesetzt zu haben ähnlich wie bei VW.

"Das Kraftfahrt-Bundesamt ist unmittelbar nach Bekanntgabe der Vorwürfe von der Untersuchungskommission des BMVI beauftragt worden, den Vorwürfen nachzugehen", erklärte das Ministerium.

Zuvor hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) dem Autobauer vorgeworfen, ähnlich wie zuvor VW bei einem Dieselfahrzeug in der Motorensteuersoftware eine Abschalteinrichtung für die Abgasreinigung einzusetzen.

BMW bestreitet den Vorwurf der gezielten Schummelei allerdings vehement. "Es gibt bei der BMW Group keinerlei Aktivitäten und technische Vorkehrungen, den Prüfmodus zur Erhebung von Emissionen zu beeinflussen", teilten die Münchner mit. "Grundsätzlich gilt, dass BMW-Fahrzeuge den jeweils gültigen gesetzlichen Vorschriften entsprechen und nicht manipuliert sind."

Nach einem fünfwöchigen Test eines BMW 320d mit der höchsten Abgasnorm Euro 6 kam die DUH zu dem Ergebnis, dass das Auto im Straßenbetrieb bis zu sieben Mal mehr giftige Stickoxide in die Luft bläst als beim Test auf dem Prüfstand im Labor. Im Durchschnitt waren es beim DUH-Test 212 Milligramm je Kilometer. Gesetzlich erlaubt sind 80 Milligramm.

Ursächlich ist laut Umwelthilfe eine Software, die die Abgasrückführung ab einer Motordrehzahl von 2.000 Umdrehungen pro Minute drosselt und ab 3.500 Umdrehungen komplett abschaltet. "Die vorliegenden Messergebnisse sind sehr klare Indizien dafür, dass hier unzulässige Abschalteinrichtungen in der Motorensteuersoftware vorhanden sind", sagte Umwelthilfe Chef Jürgen Resch bei der Vorstellung der Untersuchung.

Den stellvertretenden Grünen-Fraktionschef Oliver Krischer überraschen die Resultate nicht. "Alle Hersteller, nicht nur die deutschen, tricksen und betrügen mit den unterschiedlichsten Methoden", beklagte Krischer im rbb inforadio. Die Bundesregierung müsse die Hersteller nun zwingen, die Autos auf Basis der Gesetze nachzurüsten und sauber zu machen.