Autoproduktion VW im Werk Emden.

Im sogenannten Zukunftspakt zwischen Management und Betriebsrat will VW die Umwälzungen in der Branche für die Mitarbeiter abfedern. Bild: VW

Möglicherweise sei das Unternehmen noch zu weiteren Zugeständnissen bereit. Ein Volkswagen-Sprecher wollte den Artikel nicht kommentieren. Er verwies auf einen Brief von VW-Markenchef Herbert Diess an die Belegschaft in der Mitarbeiterzeitung der Marke Volkswagen vom 10. Februar. Dort äußert Diess Bedauern, dass das Unternehmen "nicht wie gewohnt Leiharbeiter in großer Zahl an Bord nehmen" könne und verweist auf den begrenzten Spielraum durch die derzeitige wirtschaftliche Lage. "Die Übernahme von Leiharbeitern in größerem Maße würde nochmals den Abbaudruck auf die Stammbelegschaft erhöhen", schreibt er. Zu genauen Zahlen äußerte er sich nicht.

Wie die Zeitung weiter schreibt, pocht der Betriebsrat darauf, dass Leiharbeiter übernommen werden müssen, die schon drei Jahre im Unternehmen tätig sind. Das Management sei nur dazu bereit, wenn die Zahl der Stammbelegschaft entsprechend reduziert wird. Seit vergangener Woche lasse die Arbeitnehmerseite deshalb wesentliche Gespräche mit dem Konzern ruhen und drohe sogar mit dem Ende des im November vereinbarten Zukunftspaktes.

Am heutigen Montag (13. Februar)  kommen Unternehmen und der Betriebsrat zu neuen Verhandlungen über den Zukunftspakt zusammen. Dieser sieht vor, dass VW in Deutschland jährlich 3,7 Milliarden Euro einspart. Bis zum Jahr 2020 sollen weltweit 30.000 Stellen gestrichen werden, davon 23.000 in Deutschland.

Dow Jones

Personalchef erwartet Jobabbau durch E-Autos

Ein steigender Anteil von Elektroautos wird laut VW-Personalvorstand Karlheinz Blessing voraussichtlich Jobs in den Fabrikhallen der Autohersteller kosten. "Ich glaube, dass im Zeitalter von Elektromobilität und Digitalisierung weniger Leute mit dem Autobau beschäftigt sein werden", sagte Blessing im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur und dpa-AFX.

Gleichzeitig kämen neue Aufgaben hinzu - unterm Strich sei es aber wahrscheinlich, dass die Zahl der Beschäftigten in der gesamten Branche und auch bei VW sinke.

"Legen Sie mal einen Elektromotor neben einen hochkomplexen Verbrenner", erklärte Blessing. "Dann sehen Sie: Einen Elektromotor zu bauen, erfordert deutlich weniger Aufwand." Ähnlich hatte sich zuletzt auch schon Daimler-Chef Dieter Zetsche geäußert. Zetsche hatte einen Jobabbau in der Motorenfertigung angekündigt und damit Arbeitnehmervertreter in Stuttgart aufgeschreckt.

Vor allem der Anteil von Software und Elektronik im Auto sorgt allerdings zumindest in diesen Bereichen für einen höheren Bedarf an Fachkräften in der Autobranche. "Wir finden unsere Experten nicht nur in Deutschland, sondern weltweit", sagte Blessing. "Wolfsburg soll ein Magnet für Hightech- und IT-Experten werden. Wir wollen Wolfsburg zur Modellstadt für Digitalisierung und Elektromobilität machen."