Ferdinand Dudenhöffe, CAR

CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer sieht für die Traditionsmarke Borgward kaum Chancen, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Bild: Archiv

"Die Zukunft ist nicht der konventionelle Autobau. Die Konzerne gehen in Mobilitätsdienstleistungen", erklärte Dudenhöffer in dem Interview. Marken, die dann überzeugen, seien Namen wie Apple, Google, Tesla oder Uber. "Aber sicherlich keine Marke, die irgendeinen früheren Autobauer ausgräbt, ein Auto aus China importiert und da dann Adaptionen vornimmt, um es im deutschen Markt zu verkaufen. Noch eine der üblichen Marken braucht die Welt nicht", so die klare Meinung von Dudenhöffer.

Auch Elektroautos allein seien nicht die Lösung, erklärt der Experte - vor allem nicht als konventionelles Auto mit Batterie. Entweder entwickelten sich die Autohersteller zu Mobilitätsdienstleistern, oder sie würden in Zukunft nur noch Zulieferer für Mobilitätsdienstleister. Besonders wichtig dafür ist aus seiner Sicht ein System mit Ladestationen.

Wenig Konkretes kann Dudenhöffer auch in den Ankündigungen von Borgward für das Vertriebssystem erkennen. Beim chinesichen Hersteller Geely, der mit seiner neuen Automarke Lynk & Co auf klassische Händler verzichten will, stehe der zeitgerechte Aufbau einer Marke, Connectivity und die Smartphone-Generation im Fokus "und nicht ein angestaubter Name eines Unternehmers, der mal vor 50 Jahren Autos gebaut hat, von denen heute noch zwei Dutzend als Oldtimer ihr Dasein fristen", urteilt Dudenhöffer. 

Es gebe heute mehr als 40 etablierte Automarken. Wenn die Kunden weder ein Elektroauto noch die Marke kennen und dann kommt das Auto noch aus China und wird in Deutschland angeblich mit ein paar Umbauten zu einer Art „Made in Germany“, stelle sich die Frage, warum die Kunden überzeugt sein sollten.

"Was wir jetzt gehört haben, ist doch aus dem letzten Jahrhundert. Und dazu passt ja auch der Name. Das ganze Konzept scheint so zu sein, dass diejenigen, die es ausgearbeitet haben, die Vergangenheit ins 21. Jahrhundert versetzen wollen."

Fotoshow: Borgward - Deutschland-Start mit Elektroauto

  • Im Borgward concept Car BX6 arbeitet ein aufgeladener, direkteinspritzender Vierzylindermotor mit 2,0 Liter Hubraum und einer Leistung von 200 kW (240 PS). Hinzu kommt eine leistungsgesteigerte E-Maschine mit 110 kW (150 PS). - alle Bilder: Borgward

    Im Borgward concept Car BX6 arbeitet ein aufgeladener, direkteinspritzender Vierzylindermotor mit 2,0 Liter Hubraum und einer Leistung von 200 kW (240 PS). Hinzu kommt eine leistungsgesteigerte E-Maschine mit 110 kW (150 PS). - alle Bilder: Borgward

  • Insgesamt acht Plug-in-Hybrid-Betriebsmodi stehen dem Fahrer im BX6 zur Verfügung.

    Insgesamt acht Plug-in-Hybrid-Betriebsmodi stehen dem Fahrer im BX6 zur Verfügung.

  • Optisch erinnert der BX6 an einen geschrumpften BMW X6.

    Optisch erinnert der BX6 an einen geschrumpften BMW X6.

  • Ihre gemeinsame Weltpremiere feierten Borgward BX5 und BX6 im Vorfeld des Genfer Autosalons.

    Ihre gemeinsame Weltpremiere feierten Borgward BX5 und BX6 im Vorfeld des Genfer Autosalons.

  • Der in Genf debütierende Borgward BX5 mit 4,48 Meter Länge und einem Radstand von 2,68 Meter ist ein allradgetriebener, seriennaher Prototyp mit weitgehend auf Großserientechnik basierender Ausstattung und Plug-in-Hybridantrieb.

    Der in Genf debütierende Borgward BX5 mit 4,48 Meter Länge und einem Radstand von 2,68 Meter ist ein allradgetriebener, seriennaher Prototyp mit weitgehend auf Großserientechnik basierender Ausstattung und Plug-in-Hybridantrieb.

  • Der Triebstrang des BX5 entspricht weitgehend dem des größeren Modellbruders BX7, der bereits auf der letztjährigen IAA seine Weltpremiere feierte.

    Der Triebstrang des BX5 entspricht weitgehend dem des größeren Modellbruders BX7, der bereits auf der letztjährigen IAA seine Weltpremiere feierte.