Das Werk von Beijing Benz Automotive (BBAC) aus der Vogelperspektive: Nach der Motorenfertigung im

Das Werk von Beijing Benz Automotive (BBAC) aus der Vogelperspektive: Nach der Motorenfertigung im vergangenen November war jetzt offizieller Betriebsstart für das R&D-Zentrum. In dem Werk erfolgt die lokale Produktion der Mercedes-Benz C-, E- und GLK-Klasse. Ab 2015 läuft bei BBAC auch der GLA vom Band. Bild: Daimler


Mit dem Forschungs- und Entwicklungszentrum, das wie das Werk von der Beijing Benz Automotive Company, dem Joint-Venture der Daimler AG und ihres chinesischen Partner BAIC geführt wird, will der Autobauer den lokalen Footprint auf dem China-Markt deutlich vertiefen. Rund 700 Ingenieure sollen die im Werk produzierten Mercedes-Modelle auf die Bedürfnisse der chinesischen Kunden zuspitzen: “Lokalisierung ist der Schlüssel für den künftigen Erfolg in China”, sagt dazu BBAC-Chef Frank Deiss ? und meint damit, dass die Autos nicht nur in China gebaut werden, sondern dass auch vor Ort Forschung und Entwicklung stattfindet.

Dafür hat Daimler viel Geld in die Hand genommen. Wie Hubertus Troska, innerhalb des Daimler Vorstands für China verantwortlich, am vergangenen Freitag, 25. Juli, bei einer lokalen Eröffnungsfeier in Peking sagte, investiere man kontinuierlich in Produktion, Forschung und Entwicklung und Personal in China. Die rund vier Milliarden Euro, die der Hersteller in den Ausbau des Werks stecke, unterstreiche die Wichtigkeit des Marktes. Das Werk ist inzwischen die größte Mercedes-Benz-Produktionsstätte weltweit mit einer Grundfläche größer als die deutschen Werke Sindelfingen und Untertürkheim zusammen. Gefertigt werden dort eine Langversion der C-Klasse, E-Klasse und GLK. Im Herbst diesen Jahres ist Produktionsstart für die neue C-Klasse, 2015 nimmt das Werk den GLA ins Programm. Mit diesen Modellen wird die Produktionskapazität 2015 auf über 200.000 Einheiten mehr als verdoppelt. Bereits im November vergangenen Jahres wurde auf dem Werksgelände eine Motorenproduktion für 4- und 6-Zylinder gestartet. Die Kapazität liegt bei 250.000 Aggregaten im Jahr.

Ab 2015 wird auch der GLA in Peking gebaut
Mit der Eröffnung des R&D-Centers folgt nun ein weiterer wichtiger Baustein, um das Wachstumstempo in China deutlich zu beschleunigen, so IHS Automotive in einer aktuellen Analyse. Alleine in das Zentrum investiert Daimler insgesamt rund 91 Millionen Euro und beschäftigt in der vollen Ausbaustufe rund 700 Mitarbeiter. In dem Zentrum untergebracht sind verscheidene Testlabore für Motoren und Emissionen. Hier können die Fahrzeuge auf spezifische Klimabedingungen in China getestet werden. Und: Im Zentrum ist die erste Prototypen-Fertigung außerhalb Deutschlands untergebracht.
Nach Einschätzung von IHS wird das Forschungs- und Entwicklungszentrum einen erheblichen Beitrag leisten, den Lokalisierungsgrad von Mercedes in China zu vertiefen. Da Audi und BMW allerdings ähnliche Strategien in China fahren, werde es Daimler nicht gelingen, den Abstand zur enteilten deutschen Premiumkonkurrenz entscheidend zu verkürzen: 2020 sieht IHS Mercedes-Benz bei über 400.000 Einheiten, BMW bei über 600.000 verkauften Fahrzeugen und Audi bei 800.000 Einheiten.

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Frank Volk