Till Reuter

Till Reuter: Kuka hat die Krise endgültig abgehakt und ist wieder auf Wachstum eingestellt. - Bild: Kuka

Der Roboter- und Anlagenbauer Kuka hat nach einem starken Geschäftsjahr 2010 die Krise endgültig abgehakt und ist wieder auf Wachstum eingestellt. In vergangenen Jahr seien die Voraussetzungen für einen stabilen und profitablen Wachstumskurs geschaffen worden, erklärte der Augsburger SDAX-Konzern in seinem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht. In diesem und dem kommenden Jahr sollen Umsatz und Gewinne spürbar steigen. Auch netto sollen nach zwei Jahren mit deutlichen Verlusten wieder Profite her.

Für 2011 peilt Kuka Einnahmen von mindestens 1,15 Milliarden Euro an, für das nächste Jahr von mindestens 1,25 Milliarden Euro Eine höhere Kapazitätsauslastung sowie die gesunkenen Kosten und profitablere Aufträge von Unternehmen außerhalb der Automobilindustrie sollen dann für eine operative Marge von mindestens fünf bzw. rund sechs Prozent sorgen. Auch unter dem Strich will das Technologieunternehmen in diesem Jahr wieder einen Gewinn im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich schreiben, der 2012 zulegen soll.

Im vergangenen Jahr erlöste der Anlagen- und Roboterbauer mit 1,08 Milliarden Euro knapp ein Fünftel mehr als noch 2009 und erreichte damit fast schon das ursprünglich erst für 2011 anvisierte Mindestziel. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei knapp 25 Millionen Euro, nachdem im Jahr davor wegen der Wirtschaftskrise noch ein deutlicher Verlust angefallen war. Damit erreichte Kuka eine Marge von 2,3 Prozent.

Unterm Strich fiel wie erwartet noch ein Minus von knapp neun Millionen Euro nach fast 76 Millionen Euro im Jahr davor.

Das teure Restrukturierungsprogramm, mit dem sich die Augsburger gegen die Krise gewappnet hatten, und die wegen der drückenden Schuldenlast hohen Finanzierungskosten verhagelten dem Technologiekonzern auf dieser Ebene noch die Bilanz. “2010 sollte für Kuka ein Jahr der Transformation werden. Ein Jahr, in dem das Unternehmen sich die Basis für nachhaltiges profitables Wachstum schaffe”, schrieb Vorstandschef Till Reuter im Brief an die Aktionäre. “Genau das haben wir geschafft”.

Bereits bei Bekanntgabe der vorläufigen Jahreszahlen Anfang Februar hatte Reuter Zuversicht versprüht. Grund ist die gute Auftragslage: Der Roboter- und Anlagenbauer, der einen Großteil seines Geschäfts mit der Automobilindustrie macht, verbuchte 2010 Bestellungen im Wert von 1,14 Milliarden Euro – ein Zuwachs von mehr als einem Viertel. Das Niveau von 2008, dem zweitbesten Jahr der Unternehmensgeschichte, wurde damit fast wieder erreicht. Die Bestellungen aus der Autobranche, die ein unerwartet starkes Comeback feierte, verdoppelten sich vor allem dank des Nachfragebooms in Schwellenländern wie China und der Erholung des US-Marktes nahezu.

Vergangene Woche hatte Kuka von der Daimler AG einen Auftrag über die Lieferung von 3.000 Industrierobotern erhalten.

Dow Jones Newswires/gk