Der Augsburger Roboterhersteller Kuka blickt mit Zuversicht auf 2011. “Wir haben Aufträge von rund 700 Millionen Euro im Bestand. Vor dem Hintergrund habe ich ein gutes Gefühl, dass 2011 ein gutes Jahr wird”, sagte Vorstandsvorsitzender Till Reuter kürzlich dem Handelsblatt. Der Umsatz und auch das Ergebnis sollten weiter steigen. Auch wenn der Kuka-Vorstandsvorsitzende keine konkrete Prognose nannte, zeichnet sich laut Handelsblatt ab, dass die bislang geplante Umsatzgröße von 1,1 Milliarden Euro übertroffen wird. Denn in dem Planwert sei das Wachstum in China nicht eingepreist. Bereits Anfang November bei der Vorlage der Bilanz für das dritte Quartal hatte Reuter das Erlösziel von 1,1 Milliarden Euro für 2011 als konservativ bezeichnet.Kuka erweitert nun seine Präsenz in den Schwellenländern, das Werk in China wird auf eine Kapazität von 5.000 Robotern jährlich ausgebaut. Die Expansion erfolgt in zwei Stufen. In einem ersten Schritt folgt Kuka seinen westlichen Kunden, zu denen Volkswagen und Ford zählen. In Asien würden nun Roboter für Asien gebaut, sagte Reuter. In einem zweiten Schritt wollen die Bayern neue lokale Kunden gewinnen. “Diese zweite Phase läuft jetzt an.”

Der Kuka-Vorstandsvorsitzende will dafür eine neue, günstigere Produktpalette entwickeln lassen, die auf die Bedürfnisse der lokalen Hersteller in Brasilien, China, Indien und Russland (BRIC) zugeschnitten ist. “Wir brauchen einen BRIC-Roboter, die Frage ist nur, wie der aussehen soll”, sagte er. Abstriche bei der Qualität werde es nicht geben.

Im Zuge der neuen Strategie prüft Kuka auch den Bau eines neuen Werks in Amerika. Die Kunden in Süd- und Nordamerika werden bislang vom Stammwerk in Augsburg beliefert. “Denkbar ist aber auch eine Belieferung von Asien aus”, sagte Reuter. Eine Entscheidung darüber sei bislang noch nicht gefallen.

“In diesem Jahr wird der Umsatz bei über 1 Milliarde Euro liegen”, bekräftigte Reuter. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) werde mit 20 Mio EUR am oberen Ende der Prognose liegen; die Kosten für die Restrukturierung seien dabei schon berücksichtigt. Netto werde noch ein Verlust anfallen. Im Krisenjahr 2009 hatten die Augsburger 902 Millionen Euro erlöst, unter dem Strich stand ein Minus von fast 76 Millionen Euro zu Buche. Summiert sich der Fehlbetrag in diesem Jahr auf 10 bis 15 Millionen Euro, so rechnet Vorstandschef Reuter für 2011 mit einem Überschuss, “auch wenn der niedrig sein dürfte”.

KUKAs Kernkompetenzen liegen in der Entwicklung und Produktion sowie im Vertrieb von Industrierobotern, Steuerungen, Software und Lineareinheiten. Das Unternehmen ist Marktführer in Deutschland und Europa, weltweit an dritter Stelle. Die KUKA Robot Group beschäftigt weltweit etwa 2000 Mitarbeiter. Davon sind für die KUKA Roboter Gruppe Deutschland bundesweit etwa 1.100 Beschäftigte tätig. In 2009 wurde ein Umsatz von 330,5  Mio. Euro erwirtschaftet. Das Unternehmen ist mit 25 Tochterunternehmen in den wichtigsten Märkten in Europa, Amerika und Asien vertreten.

Quelle: Dow Jones Newswires