Kuka Roboter

Kuka kann sein rasantes Wachstumstempo vom Jahresanfang nicht mehr halten. Beim Auftragseingang haben die Ausgburger noch positiv überrascht, aber der Zuwachs resultierte vor allem aus dem Zukauf des Anlagenbaugeschäfts des US-Konzerns Utica im April. - Bild: Kuka

Der Roboter- und Anlagenbauer Kuka konnte im zweiten Quartal nur dank der kräftigen Nachfrage aus Übersee und einer Übernahme sein Niveau halten.

Neben der Autoindustrie bestellten auch vermehrt Unternehmen aus anderen Branchen Roboter und Anlagen. “Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres erwarten wir Nachfrageimpulse verstärkt aus Asien, sowie Nord- und Südamerika. Wir sind sehr zuversichtlich, unsere für dieses Jahr gesteckten Ziele zu erreichen”, sagte Vorstandschef Till Reuter am Mittwoch in Augsburg. Die Nachfrage aus der Automobilindustrie sei anhaltend gut. Dämpfend für den Konzern wirke das europäische Geschäft. Die Aktie verlor am Morgen 0,68 Prozent und lag damit im unteren Drittel des MDax.

Nachfrage aus der Automobilindustrie anhaltend gut

Der Auftragseingang legte in der Zeit zwischen April und Ende Juni um 3,8 Prozent auf 525,4 Millionen Euro zu. Allein 40 Millionen davon stammen allerdings vom im April zugekauften US-Anlagenbauer Utica. Der Auftragsbestand lag mit 1,02 Milliarden Euro etwas unter dem Niveau des Vorjahres. Der Umsatz ging nach dem außergewöhnlich starken Vorjahr um 2,5 Prozent auf 437,5 Millionen Euro zurück. Analysten hatten hingegen mit einer Stagnation gerechnet. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs der Gewinn um 1,4 Prozent auf 29,0 Millionen Euro und traf damit die Erwartungen. Unter dem Strich blieben 12,5 Millionen Euro übrig – ein Minus von 15,5 Prozent. Hier schlug das schlechtere Finanzergebnis durch.

Auftragseingang brunmmt dank einer Übernahme und der kräftigen Nachfrage aus Übersee

Um der hohen Nachfrage nach Robotern gerecht zu werden, weitet Kuka aktuell seine Produktion in Augsburg und in Ungarn aus. Zudem errichtet der Konzern seit Mitte Oktober in China eine weitere Roboter-Fabrik, die Ende des Jahres fertig sein soll. Mit der erweiterten Produktion soll vor allem der dort wachsende Markt in Asien bedient werden. Insgesamt kann Kuka nach dem Ausbau rund 25.000 Roboter im Jahr montieren und damit fast die Hälfte mehr als zuvor.

Das Unternehmen profitiert seit geraumer Zeit ebenso wie der Anlagen- und Maschinenbauer Dürr von den Investitionen der Autohersteller in Werke, die etwa für Nordamerika oder die wachsenden Märkte in Schwellenländern produzieren.

Den Ausblick für das laufende Jahr bekräftigte der Vorstand. Demnach rechnen die Augsburger mit einem leichten Anstieg des Umsatzes auf rund 1,8 Milliarden Euro. Die EBIT-Marge soll von 6,3 auf rund 6,5 Prozent steigen. Im zweiten Quartal betrug sie 6,6 Prozent.

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dpa/Guido Kruschke