Morgan_Werk-Pickersleigh

Morgan-Werk Pickerleigh: der britische Sportwagenbauer hat jetzt sein Stammwerk von einem Investor zurück gekauft und will nun modernisieren. Bild: Morgan

| von Frank Volk

Pickersleigh Road ist die Morgan-Produktionsheimat. Seit 104 Jahren werden in dem Werk in Malvern Link/UK Autos gebaut und das so hartnäckig die Industrialisierung ignorierend, dass die Marke längst Kultstatus hat: die Fahrzeuge werden in Handarbeit gefertigt, die Rahmen sind vielfach immer noch aus Eschenholz, einer Fertigungstechnik, die ihre Blüte in Zeiten der Kutschwagen hatte.

Ganz so antiquiert wie es auch das nostalgisch anmutende Design der Fahrzeuge vermuten lässt, geht es aber auch bei den britischen Automobil-Traditionalisten nicht mehr zu. So arbeitet man an neuen Teschnologien, um die Performance der Fahrzeuge zu steigern, wobei auch Elektrifizierung eine Rolle spielt. Mit dem Threewheeler hat man ja ein hochinteressantes Fahrgerät auch in einer rein elektrischen Version im Portfolio. Außerdem sollen die Autos alltagstauglicher werden.

Diese Vorhaben sind auch der wesentliche Grund für den jetzt durchgeführten Rückkauf des Werks Pickersleigh: Morgan will die Produktionsstätte auf den Einsatz moderner Produktionstechnologien vorbereiten, außerdem soll die Entwicklungsarbeit intensiviert werden.

Der zu 100 Prozent in Besitz der Gründerfamilie befindliche Sportwagenhersteller hatte – als es wirtschaftlich gerade mal wieder nicht so gut aussah – das Werk im Jahr 2006 an Stirling Investments verkauft und sich dann eingemietet. Möglich wurde der Rückkauf  durch zuletzt gut laufende Geschäfte. 2016 verzeichnete der Autobauer einen neuen Rekordabsatz. Die Prognosen für die Zukunft sind ordentlich: IHS Markit erwartet für die nächsten Jahre ein stabiles Absatzniveau zwischen 400 und 500 Einheiten – mehr ist für die knapp 200 Mitarbeiter kaum zu machen.  

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