Kurzarbeit

Laut der jüngsten Ifo-Konjunkturabfrage lassen bereits jetzt 9,3 Prozent der Industrieunternehmen kurzarbeiten. Bild: Agentur für Arbeit.

| von Roswitha Maier

Das ist der höchste Stand seit 2010. Vor drei Monaten waren es erst 15,3 Prozent. Überdurchschnittlich betroffen sind die Schlüsselbranchen Automobile (41 Prozent), Maschinenbau (33 Prozent) und Elektro (32 Prozent).

Kleinere Branchen, die auch stark von Kurzarbeit betroffen sein werden, sind demnach die Metallerzeugung und -bearbeitung mit 49 Prozent, der sonstige Fahrzeugbau mit 43 Prozent, die Textilhersteller mit 41 Prozent, die Hersteller von Lederwaren und Schuhen mit 35 Prozent und die Hersteller von Metallerzeugnissen mit 27 Prozent.

Einige Branchen erwarten in den kommenden drei Monaten kaum Kurzarbeit: In der Chemie-Industrie waren es nur 14 Prozent und in der Ernährungsindustrie 6 Prozent. "Das volle Ausmaß der Corona-Pandemie ist in all diesen Zahlen vermutlich noch nicht berücksichtigt, denn die meisten Antworten liefen ein bis Mitte März", sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Konjunkturumfragen.

Bereits Kurzarbeit eingeführt haben laut Ifo 9,3 Prozent der Industriefirmen. 15 Prozent der Hersteller elektrischer Ausrüstungen waren davon betroffen. Im Maschinenbau waren es 14 Prozent, in der Automobilindustrie 11 Prozent.

Regional gibt es große Unterschiede: 33 Prozent der Unternehmen in Baden-Württemberg gaben an, voraussichtlich kurzarbeiten zu lassen. In Sachsen und Nordrhein-Westfalen werden vermutlich 30 Prozent betroffen sein, in Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen 29 Prozent, in Bayern 25 Prozent. Dagegen erwarten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin nur 7 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit.