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Mit der Konzentration auf die Herstellung von synthetischen Kautschuken und Kunststoffen ist Lanxess stark in die Abhängigkeit der Reifen- und Autoindustrie geraten. Der Schwerpunkt soll daher künftig nicht mehr in der Automotive-Branche liegen. Bild: Lanxess

“Wir müssen wieder deutlich wettbewerbsfähiger und profitabler werden”, sagte der neue Vorstandschef Matthias Zachert am Mittwochabend laut einer Mitteilung. Unter anderem soll die Profitabilität der Standorte analysiert werden. “Mögliche temporäre oder dauerhafte Stilllegungen von Anlagen werden sondiert”, teilte Lanxess mit. Auch würden strategische Partnerschaften geprüft, unter anderem zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Kautschukbereichs. Weitere Details zur Neuausrichtung wolle der Konzern in der zweiten Jahreshälfte bekanntgeben. Zachert leitet den Konzern seit dem 1. April. Nach einem Zwist über die Strategie war der langjährige Chef Axel Heitmann Anfang des Jahres überraschend ausgeschieden.

Kapitalerhöhung um zehn Prozent

Bei der Kapitalerhöhung um zehn Prozent sollen die gut 8,3 Millionen neuen Aktien ab sofort von einem internationalen Bankenkonsortium institutionellen Investoren angeboten werden. Der Platzierungspreis und der Emissionserlös sollen nach der Preisfestsetzung am morgigen Donnerstag bekanntgegeben werden. Mit der Erhöhung will das Unternehmen nach eigenen Angaben unter anderem anstehende Restrukturierungsmaßnahmen finanzieren.

Der Start in das Geschäftsjahr 2014 sei “verhalten” gewesen, hieß es weiter. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,5 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro, das Konzernergebnis stagnierte bei 25 Millionen Euro. Das operative Ergebnis zog dagegen an. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereinflüssen sei um 17,8 Prozent auf 205 Millionen Euro gestiegen. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen in Höhe von 770 bis 830 Millionen Euro. Zum erwarteten Umsatz machte das Unternehmen zunächst keine Angaben.

Börse enttäuscht

Die Börse quittierte die Nachrichten mit Enttäuschung: In einer ersten Reaktion rutschten Lanxess-Titel im außerbörslichen Handel bei Lang & Schwarz um gut 3 Prozent ab. “Die Zahlen des Spezialchemiekonzerns liegen auf den ersten Blick unter den Erwartungen und hinzu kommt die Kapitalerhöhung um 10 Prozent – aus meiner Sicht sind das keine Argumente die Aktien haben zu müssen”, sagte ein Händler.

Das Kölner Unternehmen, eine frühere Abspaltung des Bayer-Konzerns, war 2013 durch die nachlassende Autokonjunktur ins Trudeln geraten. Mit der Konzentration der Geschäfte auf die Herstellung von synthetischen Kautschuken und Kunststoffen ist Lanxess stark in die Abhängigkeit der Reifen- und Autoindustrie geraten. Im vergangenen Jahr war das Unternehmen mit rund 160 Millionen Euro in die Verlustzone gerutscht. Die Dividende wurde um die Hälfte gekürzt und der langjährige Vorstandschef Axel Heitmann musste gehen.

Weltweit beschäftigt der Konzern mit einem Umsatz von rund 8,3 Milliarden Euro (2013) 17.000 Mitarbeiter. In Deutschland ist Lanxess in Nordrhein-Westfalen verwurzelt: In Leverkusen arbeiten 3.000 Beschäftigte, in Krefeld-Uerdingen sind 1800 Menschen tätig. In Dormagen und der Kölner Konzernzentrale hat Lanxess jeweils 1.000 Mitarbeiter.

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dpa/Marina Reindl