Klaus Probst

Klaus Probst: "Trotz der schier endlosen Absatzkrise auf Europas Automärkte sieht Leoni gerade in China und Südkorea beste Wachstumschancen." - Bild: Leoni

Vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdienten die Nürnberger in den ersten drei Monaten 38,5 Millionen Euro und damit merklich weniger als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr, wie das Unternehmen am Dienstag im Zuge seiner Hauptversammlung mitteilte. Selbst ohne zwei positive Sondereffekte aus dem ersten Quartal 2012 lag das EBIT noch rund ein Drittel unter dem damaligen Wert. Dagegen hielt sich der Umsatz mit 959 Millionen Euro fast auf dem Vorjahresniveau. Für das zweite Halbjahr rechnet Leoni mit deutlich besseren Geschäften.

Nordamerika und Asien kompensieren das schwache Europa-Geschäft

Gründe für den Gewinnrückgang, auf den der MDax-Konzern die Anleger schon bei seinem Jahresausblick vorbereitet hatte, sind die schier endlose Absatzkrise auf Europas Automärkten und hohe Anlaufkosten für neue Projekte in diesem Jahr. In der zweiten Jahreshälfte soll dann auch der Gewinn steigen, damit die für 2013 angepeilten 170 Millionen Euro erreicht werden. Das wäre trotzdem ein Rückgang von rund einem Viertel im Vergleich zu 2012. Der Umsatz soll etwa drei Prozent niedriger als vor einem Jahr liegen. Hier hat der Konzern nach dem ersten Quartal schon mehr als ein Viertel der geplanten 3,7 Milliarden Euro verbuchen können.

Dabei halfen vor allem gute Geschäfte in Nordamerika und Asien. Gerade in China und Südkorea sieht Leoni beste Wachstumschancen. Nicht nur die deutschen Autobauer sorgen mit ihrer Expansionsstrategie für volle Auftragsbücher – auch in den chinesischen Herstellern sieht der Konzern neue Kunden. Besonders solche Unternehmen, die mit höherwertigen Autos auch auf internationale Märkte vorstoßen wollen, stehen im Fokus. Ende des Jahres soll ein neues Werk in der Nähe von Peking eröffnet werden, in dem unter anderem auch Daimler seine Autos für China produzieren soll. Weitere Fabriken könnten in den nächsten Jahren folgen.

Bis 2016 will Leoni seinen Umsatz dann auch dank eines stärkeren Auslandsgeschäfts auf fünf Milliarden Euro steigern. Jeder zweite Euro könnte bis dahin schon außerhalb des Heimatkontinents umgesetzt werden. Dazu sollen die Erlöse von 2014 an jährlich um mindestens 400 Millionen Euro zulegen.

Dividende bleibt stabil

Gute Nachrichten gab es heute für die Anteilseigner. Das Unternehmen kann seine Dividende stabil halten. Die Aktionäre erhalten demnach für das Geschäftsjahr 2012 pro Aktie wiederum 1,50 Euro. Das hat die Hauptversammlung des Unternehmens beschlossen.

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dpa/Guido Kruschke