Klaus Probst

Klaus Probst: Das Geschäft mit Bordnetz-Systemen und Kabelsätzen für die internationalen Fahrzeughersteller zeigte sich weiterhin sehr dynamisch. - Bild: Leoni

Getragen von der hohen Nachfrage aus der Automobil- und Investitionsgüterindustrie sowie der erfolgreichen Internationalisierung sei der Konzern in beiden Geschäftsbereichen stärker als erwartet gewachsen. Wie der MDax-Konzern am Dienstag in Nürnberg mitteilte, legte der Überschuss im zweiten Quartal auf 45,7 (Vorjahr: 16,5) Millionen Euro zu. Leoni sieht sich auf Rekordkurs. Im Gesamtjahr wollen die Nürnberger weiter 3,6 (2,96) Milliarden Euro umsetzen und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von rund 230 (130,7) Millionen Euro erwirtschaften.

Autoboom beschert Bestmarken

Leoni-Chef Klaus Probst bestätigte laut dem Quartalsbericht auch die schon vorab mitgeteilten Zahlen. Demnach stieg der Umsatz von 748 Millionen Euro in der Vorjahresperiode auf 943,7 Millionen Euro. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdiente der Autozulieferer 67,6 Millionen Euro, nach 34,6 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Leoni profitiert von der weltweit hohen Autonachfrage. Viele Kunden der Nürnberger, wie BMW und Daimler, produzieren an der Kapazitätsgrenze. Entsprechend hoch sind die Bestellungen bei den Zulieferern.

Das Geschäft mit Bordnetz-Systemen und Kabelsätzen für die internationalen Fahrzeughersteller zeigte sich weiterhin sehr dynamisch: Dieses Geschäft (Wiring Systems) steigerte den Umsatz um 24 Prozent auf 513,3 Millionen Euro. Starke Zuwächse seien vor allem in China und Russland sowie mit der internationalen Nutzfahrzeugindustrie erzielt worden.

Wachstumstreiber im Geschäftsbereich Wire & Cable Solutions seien Automobil- und Spezialleitungen, insbesondere in China und der Nafta-Region. Auch Kabel und Kabelsysteme für petrochemische Anlagen, die Automatisierungs- und Medizintechnik seien sehr gefragt gewesen. Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29 Prozent auf 430,3 Millionen Euro.

Um auch über das laufende Jahr hinaus Wachstum zu finanzieren, hat Leoni jüngst eine Kapitalerhöhung erfolgreich durchgeführt. Mit den 113 Millionen Euro an frischem Geld will Leoni vor allem das Asien-Geschäft weiter ausbauen. Die Nürnberger wollen ihre Konzernerlöse bis 2013 auf vier Milliarden Euro steigern. Mittelfristig dürfte nach Angaben von Probst ein Fünftel des Umsatzes aus Asien kommen. Der Konzern beschäftigt weltweit mehr als 56.000 Mitarbeiter. Die Aktien legten vorbörslich leicht zu.

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dpa-AFX/Guido Kruschke