Leoni-Zentrale in Nürnberg

Nach der Gewinnwarnung von Mitte Oktober muss Bordnetz-Chef Andreas Brand seinen Posten bei Leoni räumen. Bild: Leoni

Mitte Oktober hatte der Zulieferer die Börse mit einer massiven Gewinnwarnung geschockt. Was an der Börse besonders negativ aufstieß: Nicht nur, dass man sich von den Zielen für dieses und kommendes Jahr verabschiedete, das Unternehmen mit Hauptsitz in Nürnberg stelle auch die mittelfristigen Zielsetzungen in Frage.

Als Grund angeführt wurden “überraschend starke Belastungen” im Bordnetz-Segment. In Folge dieser Belastungen gab das Unternehmen die bisherige Zielsetzung einer Ebit-Marge von 7 Prozent auf. Diese werde erheblich unterschritten.

Andreas Brand

Leoni-Bordnetzchef Brand hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. – Bild: Leoni

Es war nicht das erste Mal, dass der Kabelspezialist einräumen musste, dass es im Wachstumssegment Bordnetze nicht wie gewünscht läuft. Zwar wurde die Auftragslage stets als positiv bezeichnet, es wurde aber immer wieder auf hohe Belastungen durch Projektanläufe verwiesen.

Die Konsequenzen muss nun das für den Bereich zuständige Vorstandsmitglied tragen. Wie Leoni mitteilte, hat Andreas Brand heute (Montag, 9. November) sein Mandat als Mitglied des Vorstandes und verantwortlich für den Unternehmensbereich Bordnetz-Systeme mit sofortiger Wirkung einvernehmlich niedergelegt. Mit einer Nachfolgeregelung und der künftigen Struktur des Vorstandes befasse sich der Aufsichtsrat bei der Sitzung am 10. Dezember. Brand war im Oktober 2012 von Continental zu Leoni gekommen und war in Nürnberg mit großen Wachstumsplänen angetreten.

Zur Top-Personalie präsentierte das Unternehmen eine präzisierte Prognose für 2015. Demnach erwartet man für das laufende Jahr einen Umsatz von mindestens 4,4 Milliarden Euro (ursprüngliches Ziel: 4,3 Mrd. Euo) geplant: und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von mehr als 130 Mio. Euro erzielen. Zur Bordnetz-Sparte hieß es: “Leoni erarbeitet derzeit ein Maßnahmenpaket, um das Bordnetz-Segment auf den angestrebten, ertragsorientierten Wachstumskurs zurückzuführen.”

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fv