Mit dem Evora 400 will  Lotus-Chef Jean-Marc Gales das Wachstum in Nordamerika beschleunigen. Bild:

Mit dem Evora 400 will Lotus-Chef Jean-Marc Gales das Wachstum in Nordamerika beschleunigen. Bild: Lotus

Jean-Marc Gales treibt die Restrukturierung der britischen Sportwagenmarke weiter energisch voran. Nach schweren Turbulenzen in den vergangenen Jahren, in denen Lotus mehrfach hart an der Grenze zur Pleite entlangschrammte, hat der Luxemburger die Marke in Besitz einer malaysischen Finanzholding in seiner etwas über einjährigen Amtszeit wirtschaftlich wieder auf Kurs gebracht. Im Zuge eines Restrukturierungsprogrammes wurde die Modellpolitik neu aufgesetzt, nach einem kräftigen Stellenabbau im vergangenen Jahr, stellt man nun wieder ein, denn: im Finanzjahr 2014, das am 31. März endete, zum Finanzjahr 2015 legte der Autoabsatz von knapp 1.300 Einheiten auf 2.000 Fahrzeuge zu. Zwar schreibt der Marke immer noch Verlust, spätestens bis 2017 soll die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelingen.

Bis dahin soll der Fahrzeugabsatz um weitere 50 Prozent auf 3.000 Einheiten gesteigert werden. Eine zentrale Rolle dabei spielt Nordamerika. Dort soll die Einführung des 400 PS starken Evora 400 im Dezember eine neue Phase des Wachstums einleiten. Das Vertrauen in den schnellsten Lotus, der je auf der Teststrecke am Stammsitz Hethel unterwegs war, scheint groß zu sein. So baut der Hersteller das Vertriebsnetz in Nordamerika weiter aus, zudem zieht die Vertriebsorganisation von ihrem jetzigen Standort im Bundesstaat Georgia zu Lotus Engineering nach Ann Arbor in Michigan um. Durch die Bündelung der Kräfte erwartet Gales eine deutlich Effizienzsteigerung. Auch hofft er, von der Nähe zu anderen Autoherstellern in Michigan zu profitieren. Die Zusammenlegung der Divisionen soll bereits im Juli abgeschlossen werden.

Auf der Modellseite will Gales in der künftigen Ausrichtung konsequent auf Leichtbau, Hochleistung, Straßenlage und Aerodynamik setzen. Eines der wichtigsten Entwicklungsprojekte ist ein Crossover-Modell auf Basis des Evora. Offiziell ist dessen Bau noch nicht, aber die Ingenieure sind wohl an der Arbeit. Zu einem solchen Modell hatte Gales kürzlich gesagt: “Wenn wir ein SUV bauen würden, dann wäre es leichter und schneller als andere”.

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Frank Volk