Automessen-AMI Leipzig-Absage

Aus und vorbei?: Nach der Absage für 2016 steht in den Sternen, ob die AMI Leipzig je wieder stattfinden wird. Bild: AMI Leipzig

Die beruhigende Botschaft zuerst: die Marktexperten von IHS Automotive erwarten nicht, dass traditionelle Automessen in der Bedeutungslosigkeit versinken werden. Vorbei scheinen aber die Zeiten, in denen es quasi ein Automatismus war, dass die großen Hersteller die großen Messen in Frankfurt, Genf, Paris oder Detroit eingebucht haben. Die Erfahrung mussten schon Anfang die Macher der North American Auto Show in Detroit machen, von deren Ausstellerliste sich kurzfristig MINI, Jaguar, Land Rover und Tesla verabschiedeten.

Während der Auto Salon Genf vor der Tür steht, spielt Mazda mit dem Gedanken, im Herbst die Autoshow in Paris zu streichen. Dort fehlen werden mit Ford und Volvo zwei große Namen der Branche.

Leipzig droht komplettes Aus

Völlig aus der Landkarte der Automessen zu verschwinden droht die AMI in Leipzig nach der Absage gestern (Montag, 22. Februar). Auslöser waren die Absagen einer ganzen Reihe Hersteller, hieß es aus Sachsen.  In einer Art Domino-Effekt habe in den vergangenen zwei Wochen ein Hersteller nach dem anderen zurückgezogen, sagte Messe-Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner am Montag in Leipzig. "Wir hätten sehr, sehr viel darum gegeben, nicht in eine solche Situation zu kommen. Es ist schmerzlich." Die AMI (Auto Mobil International) sollte in diesem Jahr vom 9. bis zum 17. April ausgerichtet werden.

Ob es in den nächsten Jahren überhaupt noch eine Chance für eine Automesse in Leipzig gibt, ließen die Verantwortlichen vorerst offen. Man denke über "Themen und Formate" nach, sagte Buhl-Wagner. Der Präsident des Verbandes der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), Volker Lange, erklärte: "Ich habe für die Zukunft meine Zweifel, ob eine zweite Automobilausstellung in Deutschland langfristig eine Chance hat." Wenn man Alternativen erwäge, könne man über eine Verkaufsausstellung statt einer Herstellermesse nachdenken.

Die zweitgrößte Automesse in Deutschland nach der Frankfurter IAA hatte schon seit einiger Zeit einen schweren Stand. Das Ziel, die AMI im Wechsel mit der IAA zur zweiten großen Messe in Deutschland aufzubauen, wurde nie erreicht. Wirkliche Neuheiten gab es in Sachsen selten zu sehen. Immerhin: Zur Auflage 2014 waren noch rund 242.000 Besucher gekommen.

Das Schicksal der AMI droht den großen internationalen Autoshows nicht. Allerdings müssen auch diese sich in einem immer härter werdenden Umfeld behaupten. Als wesentliche neue Konkurrenten sieht IHS vor allem Consumershows wie die CES in Las Vegas oder den Mobile World Congress in Barcelona, den man nun dem Genfer Auto Salon vor die Nase gesetzt hat.