Obwohl das Bundeskartellamt dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna die Übernahme der Karmann-Dachsparte vor wenigen Tagen versagt hat, gibt Magna sein Vorhaben nicht prinzipiell auf, berichtet der Branchendienst Auto-Reporter. Das Unternehmen plant nach wie vor, einen Großteil der Produkte von Karmann Dachsysteme zu übernehmen und spricht angeblich von einem Plan B.

Magna hofft trotz des Vetos des Kartellamts einen Großteil der Produkte von Karmann Dachsysteme übernehmen zu können. Laut Magna-Steyr-Vorstandschef Günther Apfalter habe Magna „immer einen Plan B“ parat. Er deutete an, dass die Dachsparte der in Insolvenz gegangenen Osnabrücker Traditionsfirma nicht unbedingt unter dem Dach der Magna-Gruppe angesiedelt sein müsste.

Die Behörden hatten ihre Absage an Magna mit der zu erwartenden hohen Konzentration in diesem Geschäftsfeld begründet. Der Zusammenschluss von Magna und Karmann hätte nach ihrer Auffassung dazu geführt, dass europaweit nur noch zwei große Anbieter das Geschäft mit Cabrio-Dachsystemen betrieben. Eine derartige Beeinträchtigung des Wettbewerbs könne man nicht zulassen, war die Argumentation. Laut Magna gebe es jedoch keine realistische Alternative. Obendrein enthält der Magna-Plan eine Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter.

Wie vor dem Entscheid der Behörde teilen sich Magna und Webasto Edscha auch künftig das Geschäft mit Cabrio-Dächern. Allerdings besteht jetzt die Gefahr, dass die Osnabrücker Karmann-Mitarbeiter abgewickelt werden.