Mahle-Hauptsitz

Die Zeit der großen Zukäufe ist bei Mahle vorerst abgeschlossen. Nun liegt der Schwerpunkt auf der Integration zugekaufter Unternehmen, so Mahle-Chef Scheider. Mahle

Weitere Zukäufe seien zwar möglich, diese würden aber nur eher kleine Firmen mit Umsätzen im niedrigen zweitestelligen Bereich betreffen. “Die großen Themen haben wir erstmal abgeschlossen.”

Mahle hat beträchtliche Aufkäufe hinter sich, etwa den deutschen Klimaanlagen-Bauer Behr und die slowenische Letrika-Gruppe. Mit diesen Akquisitionen wurden Aufgabenfelder außerhalb des klassischen Geschäfts mit Verbrennungsmotor-Komponenten gestärkt, etwa die Klimatechnik und Elektromobilität. Vom Verbrennungsmotor “verabschieden” wolle man sich aber keineswegs, betonte Scheider.

Für 2015 peilt der Konzernchef einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro an, verglichen mit vor fünf Jahren wäre das mehr als eine Verdopplung (5,3 Milliarden). Neu in den Mahle-Büchern sind bis Jahresende zudem die aufgekaufte Klimaanlagen-Sparte des US-Konkurrenten Delphi sowie die japanische Elektromotor-Firma Kokusan Denki.

Wie bereits gemeldet stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im ersten Halbjahr stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17,2 Prozent auf 324,5 Millionen Euro. Vor allem wegen einer höheren Pensionslast sank der Überschuss allerdings um 11 Prozent auf 130 Millionen Euro.

Die Erlöse kletterten den Angaben zufolge von Januar bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,5 Prozent auf 5,53 Milliarden Euro. Mit 7,8 Prozentpunkten entfiel der Löwenanteil dieses Gesamtwerts auf Währungskurseffekte, also den schwachen Euro und die dadurch in Europa verbilligte Produktion. Rechnet man die Folgen vom Euro und von den Zukäufen heraus, liegt das Konzernwachstum den Angaben zufolge nur noch bei 2,3 Prozent.

Letzteren Wert des “organischen Wachstums” wird Mahle nach Einschätzung des Konzernchefs aber nicht bis Jahresende halten können. Zur Begründung verwies er auf den zuletzt stotternden Konjunkturmotor in China. “Das organische Wachstum wird sich etwas abschwächen durch den China-Effekt”, sagte Scheider.

Die Mitarbeiterzahl stieg um 5,5 Prozent auf knapp 67.000 (Stand Ende Juni 2015). Das allerdings lag vor allem an den Aufkäufen im vergangenen Jahr sowie Investitionen im Ausland, so wurden in Mexiko unlängst zwei neue Werke eröffnet. In Deutschland blieb die Beschäftigtenzahl mit rund 14 300 stabil.

Künftig könnte diese Zahl in Deutschland sinken. Zwar sehe er zunächst “keine großen Veränderungen”, zumal sich die europäischen Märkte eher positiv entwickelten. Aber letztlich hänge das von der künftigen Entwicklung in Deutschland und anderen Teilen Europas ab.

Die Firmenspitze hatte unlängst angekündigt, an fünf der dreißig Standorte in Deutschland wegen des hohen Wettbewerbsdrucks den Rotstift zu zücken. Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite laufen. Scheider bestätigte, dass die dortigen Kosten etwa um 15 Prozent gedrückt werden sollen – je nach Werk könne dieser Wert aber etwas anders sein. In den Werken sind 1.700 Mitarbeiter beschäftigt. Drei der Werke sind in Baden-Württemberg, zwei in Sachsen.

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dpa