Immer wieder versucht sich Proton daran, mit sportlichen Modellen sein Image zu schärfen, wie hier

Immer wieder versucht sich Proton daran, mit sportlichen Modellen sein Image zu schärfen, wie hier mit dem Proton Suprima S. Den Niedergang der Marke konnte das in den vergangenen Jahren nicht stoppen. Nun soll ein Joint-Venture mit Geely helfen. Bild: Proton

Als oberster Werber für das Joint-Venture mit der chinesischen Muttergesellschaft von Volvo war der malaysische Minuisterpräsident bei seinem Staatsbesuch vor wenigen Tagen in China unterwegs. Nach seiner Rückkehr verriet er Medienvertretern in Malaysia, dass es bei den laufenden Gesprächen über ein mögliches Joint-Venture um zentrale Punkte wie Design, Einkauf, Produktion und Vertriebsfragen gehe. Klar scheint bereits, dass – sollte das Joint-Venture zustande kommen – Proton beim Design auf Geely-Modelle zurück greift. Gedacht sind die Fahrzeuge aus der Partnerschaft für China und weitere asiatische Märkte. Der Fokus von Proton liegt darauf, sich über das Joint-Venture einen Marktzugang in China zu verschaffen.

Nach Einschätzung der Marktexperten von IHS Automotive braucht der malaysische Hersteller, zu der auch die Sportwahenmarke Lotus gehört, diese Verbindung auch dringend, um die hoch gesteckten Absatzziele von Proton-Besitzer DRB-Hicom zu erfüllen. DRB-Hicom will den Fahrzeugverkauf bis 2018 auf 500.000 Einheiten hoch schrauben, davon sollen 150.000 Autos in den Export gehen – idealerweise nach China. Dahin ist der Weg weit: Im vergangenen Jahr verkaufte Proton knapp 140.000 Autos insgesamt; die Absatzentwicklung des 1983 unter staatlicher Obhut gegeründeten Autobauers war in den vergangenen Jahren desolat: Lag im Jahr 2000 der Marktanteil von Proton in Malysia noch bei 53 Prozent, rutschte er nach öffnung des Marktes für andere Hersteller auf die Tiefstmarke von 18 Prozent im vergangenen Jahr ab.

Ein erster Versuch im Jahr 2007 mit der Youngman Automobile Group als Joint-Venture Partner in China Fuß zu fassen, scheiterte grandios und nach gerade mal 3.743 in China verkauften Proton-Modellen. Im zweiten Anlauf mit Geely soll es nun klappen. Prominente Unterstützung holte sich der Hersteller mit der Ernennung von Mahathir bin Mohamad zum Aufsichtsratschef. Der ehemalige Ministerpräsident Malaysias war 1983 eine zentrale Figur bei der Gründung der Automarke. Allerdings: inzwischen ist Mahathir 88 Jahre alt.

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Frank Volk