Dr. Georg Pachta-Reyhofen

Vorstandssprecher Dr. Georg Pachta-Reyhofen kann auf ein sehr gutes Jahr 2010 zurückblicken. - Bild: MAN

„MAN ist 2010 zu alter Stärke zurückgekehrt. Der Gewinn konnte im operativen Geschäft verdoppelt werden. Für 2010 legen wir eine Erfolgsbilanz vor und setzen ein Zeichen für unsere Kompetenz und Wettbewerbsstärke“, betonte Dr. Georg Pachta-Reyhofen, Vorstandssprecher der MAN SE, auf der Jahrespressekonferenz heute in München. In seinem Kerngeschäft mit Lkw, Bussen, Dieselmotoren und Turbomaschinen fuhr der Münchener DAX-Konzern unter dem Strich einen Gewinn von 722 Millionen Euro ein, wie die MAN SE am Montag in München bekanntgab.

Neben dem boomenden Geschäft in Brasilien haben die Münchener dabei auch vom Kursanstieg der Scania-Anteile profitiert. Hohe Abschreibungen auf die Beteiligung am schwedischen Lkw-Bauer sowie Millionenkosten für die Aufarbeitung der Korruptionsaffäre hatten MAN im Vorjahr einen Millionenverlust beschert. Die Aktionäre sollen mit einer Dividende von zwei Euro pro Anteilsschein nach 25 Cent im Vorjahr an den Ergebnissen teilhaben.

2010 standen in den Büchern der Münchener mit 15,1 Milliarden Euro 53 Prozent mehr neue Aufträge als noch ein Jahr zuvor. Am deutlichsten zogen die Neubestellungen für Lastwagen an. Dabei erwies sich das hoch profitable brasilianische Geschäft mit schweren Lkw mit seinen Rekordergebnissen erneut als Glückskauf. MAN hatte das Basilien-Geschäft 2009 vom Großaktionär Volkswagen übernommen. Insgesamt nahm der Konzern mit 14,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gut ein Fünftel mehr ein als ein Jahr zuvor. Operativ blieb den Münchenern ein Gewinn von 1,0 Milliarden Euro, knapp doppelt so viel wie 2009.

MAN Brasilien

Das brasilianische Geschäft mit schweren Lkw erwies sich als hoch profitabel. - Bild: MAN

Der Kursanstieg der Scania-Aktie hat dem Aktionär MAN im vergangenen Jahr einen Sonderertrag von 357 Millionen Euro eingebracht. Gemäß den Bilanzierungsregeln gleicht der Buchgewinn jedoch nur die Abschreibung nach dem Kursverfall der Scania-Papiere im Jahr zuvor aus. Da der Sonderertrag nur einen Teil des Wertzuwachses ausmacht, schlummern in der Beteiligung beachtliche Reserven.

Neues Werk in Russland geplant

Im laufenden Jahr erwartet MAN Mehreinnahmen von 7 Prozent bis 10 Prozent. Zudem wollen die Münchener profitabler werden: Die Umsatzrendite soll von 7,1 Prozent um mindestens einen Prozentpunkt steigen, erklärte Finanzvorstand Frank Lutz. Dabei stützt sich der Konzern vor allem auf das hoch profitable Geschäft mit Schiffsmotoren und Großdiesel für Kraftwerke sowie Anlagen für die Öl- und Gasindustrie, aber auch auf das Brasilien-Geschäft mit schweren Lkw, in dem weiter mit zweistelligen Renditen gerechnet wird.

Die Gruppe konnte seine Präsenz in den internationalen Wachstumsregionen mit Schwerpunkt auf den BRIC-Ländern deutlich verstärken. 2011 werden die Kapazitäten in Brasilien von rund 72.000 auf 82.000 Fahrzeuge erhöht und weitere 400 Mitarbeiter eingestellt. In Russland werden ab 2012 erstmals MAN-Lkw vom Band laufen. MAN ist in Russland der größte Importeur von schweren Lastwagen und Bussen.

Dow Jones Newswires/gk