MAN Truck breit

Bild: MAN

Große Überraschungen erwarten die Analysten bei der Veröffentlichung der Quartalsbilanz am 28. Juli jedenfalls nicht. Allerdings könnte sich Vorstandschef Georg Pachta-Reyhofen nach einem gut verlaufenen Jahresviertel etwas optimistischer zum Abschneiden im Gesamtjahr äußern.

Die sieben von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten rechnen für den Zeitraum von April bis Juni bei allen wesentlichen Kennzahlen mit Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr. Nach dem tiefen Einbruch in der Krise dürfte nun vor allem das Lastwagen-Geschäft in Europa wieder besser dastehen. Beim Konzernumsatz prognostizieren die Experten ein Wachstum von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 4,1 Milliarden Euro. Die neuen Bestellungen dürften noch etwas stärker gewachsen sein.

Operatives Ergebnis mit deutlicher Steigerung

Das operative Ergebnis dürfte nach Analystenmeinung um 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 427 Millionen Euro zugelegt haben. MAN kann der Konsensschätzung zufolge einen von 151 Millionen auf 280 Millionen Euro gestiegenen Überschuss einstreichen. Neben der Erholung des Europa-Geschäfts dürfte besonders das vor zwei Jahren von Volkswagen übernommene Geschäft in Brasilien dem Dax-Konzern weiter Freude bereiten. Aufgrund der bevorstehenden Großereignisse Fußballweltmeisterschaft und Olympische Spiele dürfte die Wachstumsdynamik in dem südamerikanischen Land auch in den nächsten Jahren anhalten.

Mit neuen Aussagen zum VW-Übernahmeangebot – die Wolfsburger hatten sich Anfang Juli 55,9 Prozent der MAN-Stimmrechte gesichert – rechnen die Experten nicht. Das VW-Management will sich zunächst die fusionsrechtliche Genehmigung der Kartellwächter besorgen, bevor es zu mehr Macht bei den Münchnern greift. Wegen Bedenken der EU-Kommission hatten die neuen Mehrheitseigner schon Ende Juni auf der Hauptversammlung darauf verzichtet, VW-Chef Martin Winterkorn in den Aufsichtsrat wählen zu lassen.

Nichts Neues bei Ferrostal

Ob es zum Thema Ferrostaal neue Aussagen gibt, ist ebenfalls fraglich. MAN streitet sich bei der früheren Tochter mit dem neuen Mehrheitseigner IPIC aus Abu Dhabi, wer die Kosten für die beim Essener Industriedienstleister aufgeflogene Schmiergeldaffäre übernehmen soll. Seit Monaten betonen beide Seiten, man sei an einer schnellen Lösung interessiert.

Für 2011 hat das Unternehmen bislang ein Umsatzplus von sieben bis zehn Prozent von 14,7 Milliarden Euro im Vorjahr in Aussicht gestellt. Die Umsatzrendite soll um mindestens einen Prozentpunkt auf mehr als 8,1 Prozent zulegen. Die Umsatzsteigerung soll vor allem auf das Nutzfahrzeuggeschäft zurückgehen, während die Motorensparte Power Engineering weiterhin eine zweistellige Marge aufweisen soll.

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dpa-AFX/Guido Kruschke