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Der Hinweis auf die möglichen Manipulationen kam über ein internes Hinweissystem zur Bekämpfung von Verstößen. - Bild: MAN

Der Konzern gehe einem entsprechenden Verdacht nach, wie die Münchner am Mittwoch in einer Pflichtmitteilung erklärten. Demnach sei es möglich gewesen, Messungen der Verbrauchswerte von 4-Takt-Schiffsdieselmotoren auf Prüfständen des Unternehmens zu manipulieren. Das Unternehmen schaltete zudem die Staatsanwaltschaft München I ein.

Ob tatsächlich Kunden vor der Übergabe der Motoren mit falschen Messdaten über den tatsächlichen Verbrauch getäuscht wurden, sei noch nicht abschließend geklärt. Auch ob und in welcher Höhe dabei ein finanzieller Schaden entstanden sein könnte, müsse weiter untersucht werden. Möglicherweise betroffene Kunden würden über die Lage informiert. Der Hinweis auf die möglichen Manipulationen sei allerdings nicht von Kunden gekommen, sondern über ein internes Hinweissystem zur Bekämpfung von Verstößen.

Das System hatte jüngst den Chef der Sparte Diesel & Turbo, Klaus Stahlmann, den Job gekostet. Der Manager geriet nach entsprechenden Hinweisen unter Korruptionsverdacht. Der Konzern war vor knapp zwei Jahren erstmals von einem schweren Schmiergeldskandal erschüttert worden, der fast die gesamte Konzernspitze hinwegfegte. MAN zahlte später ein Bußgeld von rund 150 Millionen Euro. Unter anderem sollen im Lkw-Geschäft Verkäufer Geld an Mitarbeiter von MAN-Kunden gezahlt haben, um den Verkauf anzukurbeln.

Der Konzern hatte als Reaktion auf die Affäre die interne Korruptionsbekämpfung deutlich verstärkt und auch das Hinweissystem etabliert, dass Mitarbeitern anonyme Hinweise auf Fehlverhalten ermöglicht. Im aktuellen Fall hat MAN die Staatsanwaltschaft informiert und will mit der Behörde eng zusammenarbeiten.

dpa-AFX/Guido Kruschke