Frank Jehle

Frank Jehle: "Vor allem in Regionen, die in den vergangenen Jahren durch hohes Wachstum geprägt waren, sehen wir einen verstärkten Preisdruck." - Bild: Mann+Hummel

“Wir haben relativ viele Produktanläufe. Das hilft uns, die konjunkturelle Entwicklung zu kompensieren”, sagte Finanzvorstand Frank Jehle der Nachrichtenagentur dpa. Auf diese Weise soll sich auch die Profitabilität wieder bessern. “Innovationen sind unser wirksamstes Mittel gegen den Margenschwund”, sagte Jehle. Sollte sich der Markt 2014 erholen, könnte Mann+Hummel überproportional davon profitieren, ergänzte Vorstandschef Alfred Weber.

Das Familienunternehmen mit Sitz in Ludwigsburg stellt Filter her – vorwiegend für die Automobilbranche. Wie die Branchengrößen Bosch und Conti bremst die Schwäche der Autobauer auch Mann+Hummel. Der Autoabsatz in Westeuropa ging zuletzt weiter zurück, wenn auch nicht mehr so stark wie noch vor ein paar Monaten. “Wir sind in Europa von der allgemeinen Entwicklung getroffen, aber vielleicht nicht ganz so stark wie das beim Rest der Branche der Fall ist”, sagte Jehle.

Konjunkturschwäche in Westeuropa bremst den Filterspezialisten

2012 hatte der Filterspezialist seinen Umsatz noch um 5,8 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro gesteigert. Das liegt deutlich unter den Wachstumsraten der Vorjahre, ist aber deutlich besser als die Entwicklung im Krisenjahr 2009. Damals brach der Umsatz ein und Mann+Hummel rutschte in die roten Zahlen.

Der Zulieferer versucht sich inzwischen mit Industrie- und Wasserfiltern unabhängiger von den Autoherstellern zu machen – bislang sind das aber erst 12 Prozent der Umsätze. Gegen die konjunkturelle Schwäche hilft die Diversifizierung derzeit nicht. “Die Entwicklung ist durch die Bank schwächer. Dass ein Segment das kompensiert, so dass wir wieder an unsere historischen Wachstumsraten heranreichen, sehe ich im Moment nicht”, sagte Vorstandschef Weber.

“Vor allem in Regionen, die in den vergangenen Jahren durch hohes Wachstum geprägt waren, sehen wir einen verstärkten Preisdruck. Dem können wir uns nicht verwehren”, sagte Jehle. In den sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) sei der Aufschwung ins Stocken geraten. “Vor allem die Entwicklung in Brasilien ist schwach.”

Um in den neuen Geschäftsbereichen weiter zu expandieren, setzt der Zulieferer auf Übernahmen. “Wir übernehmen Firmen oder schließen Kooperationen, wenn es uns einen Quantensprung auf der Zeitschiene eröffnet”, sagte Jehle. “Das werden wir auch in Zukunft tun. Das kann auf den asiatischen Märkten oder in Osteuropa geschehen.” Im Kerngeschäft wachse das Unternehmen aber durch Innovationen.

Alle Beiträge zum Sichwort Mann+Hummel

dpa/Guido Kruschke