Jeffrey Guyton, Mazda

Mazda-Europa-Chef Jeff Guyton bezieht im Interview kritisch Stellung gegenüber einer zu starken Fokussierung auf Volumen als Maßstab für Erfolg. Bild: Mazda

Am Beispiel der Skyactiv-Motorenfamilie zeigt Guyton, dass Konzernzusammenschlüsse nicht zwangsweise zu Synergie-Effekten führen müssen: “Wenn ich das Investitionsvolumen von damals nehme und mit der gesamten Skyactiv-Motorenfamilie vergleiche, dann liegen wir um 70 Prozent unter den Investitionen von damals.”

Aufgrund seiner für einen Volumenhersteller geringen Größe mit einem Fahrzeugabsatz von knapp 1,4 Millionen Einheiten in diesem Jahr, gilt der japanische Hersteller seit langem als Übernahmekandidat. Der aktuelle Trend zur Produktion auf großen Plattformen lässt immer wieder Diskussionen aufkommen, wie lange sich Mazda noch als selbstständiger Hersteller halten kann. Erst kürzlich hatte Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marcionne eine Absatzgröße von vier, bis fünf Millionen Einheiten genannt, damit ein Volumenhersteller langfristig überleben kann. Dem widerspricht Jeff Guyton im Interview mit der AUTOMOBIL PRODUKTION nachdrücklich: “Wer sagt, dass man drei, vier Millionen Fahrzeuge produzieren muss, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, liegt falsch.? Mit eigenständiger Technologie und Produktionseffizienz gehen die Japaner ihren ganz eigenen Weg ? und das mit Erfolg. Für Allianzen mit anderen Autobauern zeigte sich Guyton aber vollkommen offen. Seine Marke sieht er in dem Bereich schon jetzt gut aufgestellt. So kooperiert Mazda beispielsweise mit der Fiat-Gruppe bei einem Roadster-Sportwagen-Projekt.

Kritisch äußer sich Guyton in dem Interview auch zur Fokussierung der Politiker aufs E-Auto, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Guyton beklagt, dass auf der politischen Seite Fortschritte bei der Antriebstechnologie nur dann realisiert werden, wenn sie im Zusammenhang mit der Elektrifizierung des Antriebs stehen. Fortschritte bei der Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren würden dagegen ignoriert. Dadurch finde derzeit eine Regulierung der Technologie statt. Das sei der falsche Weg: “Wir müssen uns darauf konzentrieren, eine Wende im CO2-Verbrauch zu erreichen und nicht im Technologiebereich”, erläutert Guyton.

Das in der aktuellen Ausgabe der AUTOMOBIL PRODUKTION veröffentlichte Interview mit Jeffrey Guyton finden Sie online hier.

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Frank Volk