Frank Witter, Volkswagen. Bild: Volkswagen

Frank Witter, bisher Chef der VW-Tochter Financial Services, ist seit 1992 im Konzern. Bild: Volkswagen

Beide Personalien wurden demzufolge am Mittwochabend bei der Sitzung des Aufsichtsrats-Präsidiums beschlossen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag (1.10.) aus Konzernkreisen. Das Gremium beriet dabei auch über die Folgen des Abgas-Skandals. Witter ist seit 2008 Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Financial Services.

Das bislang für den 9. November vorgesehene Aktionärstreffen finde nicht statt, teilte Volkswagen am Donnerstag mit. Es sei “weder zeitlich noch inhaltlich” realistisch, in der Aufklärung des Diesel-Skandals “binnen weniger Wochen zu fundierten Antworten zu kommen, die den berechtigten Erwartungen der Aktionäre entsprechen”, begründete der Autohersteller die Entscheidung.

Den Posten an der Spitze des Aufsichtsrates hat seit dem Rücktritt des langjährigen VW-Patriarchen Ferdinand Piëch im Frühjahr kommissarisch der frühere IG-Metall-Chef Berthold Huber inne. Piëch war Ende April nach einem verlorenen Machtkampf mit dem damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn zurückgetreten.

Anfang September hatten sich die Spitzen bei VW bereits dafür ausgesprochen, dass Pötsch neuer Aufsichtsratschef werden soll. Er solle bei einer außerordentlichen Hauptversammlung im November zunächst in den Aufsichtsrat berufen und dann anschließend von dem Kontrollgremium zum Vorsitzenden gewählt werden.

Dieser Plan war aber zwischenzeitlich wieder ins Wanken geraten, weil es innerhalb des Präsidiums und in Konzernkreisen Zweifel an Pötsch gegeben hatte. Grund war, dass der Manager in seiner neuen Rolle die Aufklärung des Diesel-Skandals beaufsichtigen soll – für den er in seiner Zeit als VW-Vorstand aber möglicherweise eine Mitschuld tragen könnte, wie es in den Kreisen geheißen hatte.

Die Familien Porsche und Piëch hatten daraufhin am Mittwoch mitteilen lassen, sie stünden unverändert hinter Pötsch als künftigem Chef des Gremiums. Die von ihnen kontrollierte Porsche-Holding hält die Mehrheit an VW.

Frank Witter (56) absolvierte nach seiner Ausbildung zum Sparkassenkaufmann ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität in seiner Geburtsstadt Hannover. Seit 1992 arbeitet Witter bei Volkswagen – zunächst als Leiter der Abteilung Kapitalmarktgeschäfte. Es folgten Stationen mit unterschiedlichen Aufgabenfeldern in den USA, Kanada und der Schweiz. Witter ist verheiratet und hat drei Kinder.

Von 2006 bis 2007 verantwortete Witter als Generalbevollmächtigter in der Konzernleitung die Region Nordamerika. Anschließend wechselte er bis 2008 in die Chefetage der VW Credit Inc. und wurde Regionalverantwortlicher für die amerikanischen Märkte der Volkswagen Financial Services AG. Seit 2008 ist Witter Vorstandsvorsitzender der Tochter Financial Services mit Sitz in Braunschweig.

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dpa-AFX/Dow Jones Newswires/ks