Alan Mulally

Alan Mulally: Ford wird bei den Stückzahlen noch weiter zulegen können. - Bild: Ford

Im ersten Quartal konnte der zweitgrößte Autobauer des Landes seinen Gewinn um 22 Prozent auf annähernd 2,6 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) hochschrauben. Das letzte Mal hatte der Konzern in den 1990er Jahren so gut verdient. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5 Prozent auf 33,1 Milliarden Dollar.

Mit den Zahlen übertraf Ford die Erwartungen der Analysten. Der Kurs stieg vorbörslich um 3 Prozent. Konzernchef Alan Mulally sprach am Dienstag von Verbesserungen in allen Regionen. Auch in Europa verdient der Konzern wieder Geld. Nach einem Verlust im Schlussquartal des vergangenen Jahres erwirtschaftete Ford Europe nun operativ 293 Millionen Dollar. Besonders in Deutschland lief es zuletzt wieder rund.

Ford reklamiert für sich, besonders spritsparende Autos zu bauen – was dem Unternehmen in Zeiten steigender Benzinpreise zugute kommt. Und in der Tat feierte Ford Erfolge mit der Einführung des europäischen Kleinwagens Fiesta in den USA; auch der kompakte Focus ist im Land der Straßenkreuzer zu haben. Fords Verkaufsschlager sind indes weiterhin die schweren Pick-up-Trucks der F-Serie.

Erdbeben in Japan hat kaum Folgen für Ford

Ford hat ein grandioses Comeback hinter sich. Der Konzern stand am Abgrund, als Mulally antrat und das Steuer herumriss. Während die beiden heimischen Rivalen General Motors und Chrysler im Krisenjahr 2009 pleitegingen und vom Staat gerettet werden mussten, überlebte Ford aus eigener Kraft.

“Wir rechnen damit, dass unsere Stückzahlen im Jahresverlauf deutlich zulegen”, sagte Mulally. Offensichtlich können nicht einmal die Auswirkungen des Erdbebens in Japan Ford bremsen. Zwar muss auch Ford einige Fabriken in Asien kurzzeitig anhalten, weil Teile fehlen. Aber gleichzeitig erklärte das Management, dass es keinen gravierenden Einfluss aufs Geschäft erwartet.

Der ehemalige Boeing-Manager Mulally hatte Ford eine Rosskur verordnet, die sich nun auszahlt: Er ließ mit Hilfe deutscher Ingenieure sparsamere Autos entwickeln, senkte die hohen Gesundheits- und Pensionskosten und brachte die Fabriken auf Vordermann. Die britischen Nobelmarken Jaguar und Land Rover verkaufte Mulally genauso wie die schwedische Traditionsfirma Volvo. Die US-Marke Mercury stampfte er ganz ein.

Im ersten Quartal kam Ford nach eigenen Angaben in den USA auf einen Marktanteil von 16 Prozent; in Europa erreichte das Unternehmen 8,5 Prozent. Im März war es Ford sogar gelungen, mehr Autos in den USA zu verkaufen als der größere Rivale General Motors. Dessen Zwischenbilanz steht noch aus. GM hatte zuletzt ebenfalls wieder gut verdient.

dpa-AFX/Guido Kruschke