Mercedes-Benz Cars baut zwei weitere Batteriefabriken

Mercedes-Benz Cars Bereichsvorstand Markus Schäfer: „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Umsetzung unserer Elektrooffensive und bauen unseren globalen Batterie-Produktionsverbund konsequent aus.“ Bild: Mercedes-Benz

Mercedes-Benz Cars investiert nach eigener Aussage mehr als eine Milliarde Euro in einen globalen Batterie-Produktionsverbund innerhalb des weltweiten Produktionsnetzwerks von Mercedes-Benz Cars.

Im gesamten Batterie-Produktionsverbund verfügt Mercedes-Benz Cars dann zusammen mit den aktuellen Standortentscheidungen über acht Batteriefabriken an sechs Standorten auf drei Kontinenten. Der Ausbau der Batterieproduktion unterstreiche die „schnelle und notwendige Transformation in Richtung Elektromobilität“.

„Wir arbeiten mit Hochdruck an der Umsetzung unserer Elektrooffensive und bauen unseren globalen Batterie-Produktionsverbund konsequent aus. Mit der Batterieproduktion in Sindelfingen und Untertürkheim bringen wir Hightech-Technologien in unsere Werke. In unserem Netzwerk sind wir sowohl für eine flexible und effiziente Fertigung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sowie Elektrofahrzeugen bestens aufgestellt“, sagt Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Produktion und Supply Chain.

Die Basis für die neue Investition in Sindelfingen ist die Fortschreibung des sogenannten Zukunftsbildes „Sindelfingen 2020+“ aus dem Jahr 2014, das mit der neuen Betriebsvereinbarung „Zukunftsbild Sindelfingen 2025+ (Next Level)“ mit dem Betriebsrat auf den Weg gebracht wurde.

„Mit unserer Betriebsvereinbarung haben wir den Standort auf eine erfolgreiche Zukunft ausgerichtet. Sowohl Beschäftigte als auch Standort gehen mit dieser Vereinbarung als Gewinner hervor. Mit der Batteriefertigung und self-driving cars beschreiben wir den Weg der Technologien und Arbeitsplätze der Zukunft. Alle Maßnahmen und Verlagerungen können dabei nur mit guten Beschäftigungs- und Personalkonzepten umgesetzt werden. Wir freuen uns über die Festeinstellungen und zusätzlichen Ausbildungsplätze“, wird Ergun Lümali, Betriebsratsvorsitzender des Mercedes-Benz Standorts Sindelfingen, zitiert.

„Wir machen unser Werk Sindelfingen weiter fit für die Zukunft. Nach der Zusage eines EQ-Fahrzeugs in 2017 ist die Batteriefabrik der nächste konsequente Schritt bei der Weiterentwicklung unseres Standortes hin zur Elektromobilität. Dadurch erhält unsere Mannschaft neue Kompetenzen und trägt zur Umsetzung der Elektrooffensive unseres Unternehmens bei“, erklärt Michael Bauer, Leiter der Produktion Mercedes-Benz Werk Sindelfingen und Standortverantwortung.

Neben dem Bau einer neuen Batteriefabrik wurden folgende Vereinbarungen getroffen:

  • Insgesamt werden 150 bisher befristet beschäftigte Mitarbeiter in eine feste Anstellung übernommen.
  • Das Unternehmen erhöht die Anzahl der Ausbildungs- und Studienplätze auf insgesamt 280 für fünf Jahre (2021 bis 2025). Dies bedeutet einen Zuwachs von 30 Plätzen pro Jahr.
  • Das Unternehmen setzt zudem auf die Fortentwicklung der fundierten Qualifizierung der Mitarbeiter im Sinne von Industrie 4.0 und Digitalisierung, um die Mannschaft fit für die Zukunft zu machen.
  • Das Werk Sindelfingen wird künftig in der Factory 56 auch sogenannte self-driving cars fertigen – definiert als autonom fahrende Autos, die mit entsprechender Software und Sensoren ausgestattet sind.

Im Zukunftsbild aus dem Jahr 2014 wurden bereits die Weichen für eine umfassende Modernisierung des Werks gestellt. Hierfür investiert das Unternehmen insgesamt 1,5 Milliarden Euro. Diese fließen beispielsweise in die Factory 56, die eine der modernsten Automobilproduktionen der Welt werden soll. Der Transformationsprozess des Traditionsstandortes ist bereits in vollem Gange: Bereits 2017 erhielt das Mercedes-Benz Werk Sindelfingen den Zuschlag, künftig EQ-Fahrzeuge zu produzieren. Das Werk wird damit Kompetenzzentrum für batterieelektrische Modelle der Ober-und Luxusklasse.

Das Mercedes-Benz Werk Untertürkheim hat gemeinsam mit dem Betriebsrat weitere wichtige Entscheidungen in Richtung Elektromobilität getroffen. Die Kapazität für die bereits im Zukunftsbild 2017 vereinbarte Batteriefabrik wird verdoppelt. Zusätzlich zu der Produktion im Werkteil Brühl entsteht nun auch im Werkteil Hedelfingen eine Batterieproduktion.

„Wir schreiben unser Zukunftsbild aus dem Jahr 2015 konsequent weiter. Nach dem Einstieg in die Elektromobilität setzen wir nun mit dem Ausbau der Batterieproduktion den Wandel des Traditionswerks Untertürkheim zum Hightech Standort für Komponenten der Elektromobilität fort“, so Frank Deiß, Leiter Produktion Powertrain Mercedes-Benz Cars und Standortverantwortlicher Mercedes-Benz Werk Untertürkheim.

Weitere Maßnahmen, die Unternehmen und Betriebsrat gemeinsam beschlossen haben:

  • Im Werkteil Mettingen wird das bisherige Produktionsportfolio unter Beibehaltung der Kompetenz im Stahlguss überarbeitet.
  • Innovative und flexible Arbeitszeitmodelle im Werkteil Hedelfingen ermöglichen den benötigten Kapazitätsaufbau in der Automatikgetriebe-Produktion auf den vorhandenen Anlagen.
  • Das Powertrain-Werk Untertürkheim wird neben dem zentralen Batteriestandort Kamenz zu einem weiteren bedeutenden Standort für Batterien transformiert.
  • Für die Batterieproduktion im Werkteil Hedelfingen werden die flexiblen arbeitspolitischen Rahmenbedingungen der Batteriefabrik in Brühl aus der Vereinbarung von 2017 übernommen.

„Der Verbrennungsmotor mit Getriebe und Achsen bildet das stabile Rückgrat für eine stabile Beschäftigung. Mit dem Ausbau der Batterieproduktion und der Batterieentwicklung am Standort wird auch in Zukunft in den Fahrzeugen von Mercedes-Benz ein Antrieb aus Untertürkheim sein, egal ob vollelektrisch, Plug-In oder Hybrid“, erklärt Wolfgang Nieke, Betriebsratsvorsitzender der Mercedes-Benz Werks Untertürkheim.

Aktuell besteht der Batterie-Produktionsverbund aus sechs Fabriken an fünf Standorten auf drei Kontinenten:

  • In Kamenz läuft die Produktion der Batterien bereits seit 2012. Zudem entsteht gerade eine zweite Batteriefabrik am Standort.
  • In Stuttgart-Untertürkheim ist im Werkteil Brühl eine Batteriefertigung geplant.
  • Außerdem bauen Daimler und BAIC eine lokale Batterieproduktion am bestehenden Standort im Yizhuang Industrial Park in Peking (China).
  • In der Nähe des bestehenden Mercedes-Benz Werks in Tuscaloosa (USA) ist der Bau einer Batteriefabrik geplant.
  • Gemeinsam mit dem lokalen Partner Thonburi Automotive Assembly Plant (TAAP) wird Mercedes-Benz Cars bis 2020 eine Batterieproduktion in Bangkok (Thailand) errichten.

Mit Sindelfingen und einer weiteren Fertigung in Untertürkheim kommen die siebte und achte Fabrik im globalen Produktionsverbund hinzu.

  • Northvolt plant eine Batteriezellenfabrik in Schweden.

    Northvolt plant eine Batteriezellenfabrik in Schweden. Bild: press-inform / Northvolt

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    Der Automobilexperte Professor Stefan Bratzel glaubt, dass die Europäer erst in der nächsten Generation der Batteriezellen den Vorsprung der Asiaten aufholen können. Bild: press-inform / Bratzel / Auto Institut

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    Das Versuchslabor des skandinavischen Batteriezellen Start Ups Northvolt steht bereits. Bild: press-inform / Northvolt

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  • Elektromodelloffensive der deutschen Hersteller

    Die Elektromodelloffensive der deutschen Hersteller spielt den europäischen Batteriezellproduzenten in die Karten (Bild: VW I.D.). Bild: press-inform / VW

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  • Northvolt-CEO Peter Carlsson

    Northvolt CEO Peter Carlsson setzt auf Wasserkraft bei der Batteriezellproduktion. Bild: press-inform / Northvolt

  • Logistik ist bei der Zellproduktion ein Kostenfaktor

    Die Logistik ist bei der Zellproduktion ein Kostenfaktor (Bild: VW I.D. Vizzion Concept). Bild: Volkswagen

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    Noch kommen die Batterien des Audi e-tron aus Korea. Bild: press-inform / Audi

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    Mercedes EQ C Prototyp. Bild: press-inform / Mercedes

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    VW I.D. Vizzion. Bild:

  • Audi e-tron Sportback Concept

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