Auf Roland Folger, seit Oktober Chef von Mercedes-Benz in Indien, kommen härtere Zeiten zu. Die

Auf Roland Folger, seit Oktober Chef von Mercedes-Benz in Indien, kommen härtere Zeiten zu. Die Daimler-Marke leidet stärker als die deutsche Konkurrenz unter dem Diesel-Bann in Delhi. Bild: Daimler

Indien war 2015 auch so einer der Märke, auf denen Mercedes-Benz der Konkurrenz auf und davon gefahren ist: Während der Premium- und Luxusmarkt um 6,4 Prozent zulegte, steigerte die Daimler-Marke den Fahrzeugverkauf um satte 32 Prozent und verdrängte mit 12.900 verkauften Autos den deutschen Rivalen Audi (+1,9 %; 11.100 Einheiten) von Platz 1 der absatzstärksten Premiummarken. Auch BMW blieb mit +2 Prozent (7.500 Einheiten) weit hinter den Schwaben zurück.

Nach Einschätzung von IHS Automotive dürften Audi und BMW wieder aufholen. Grund ist der bereits im Dezember vom obersten indischen Gerichtshof verhängte und bis Ende März 2016 geltende Verkaufsbann von Dieselfahrzeugen mit mehr als 2 Litern Hubraum. Während Audi und BMW im Bereich seiner wachstumsstarken Kompaktmodelle fast keine solchen großen Diesel im Angebot habe, spielen diese bei Mercedes-Benz eine deutlich größere Rolle. Zwar gelte der Bann nur für die unter extremer Luftverschmutzung leidende Metropolregion Delhi. Aber: dort befindet sich auch der größte Markt für Premiumautos, zudem sorge das Verkaufsverbot für Verunsicherung in anderen Regionen. Vor diesem Hintergrund erwartet IHS bei Mercedes-Benz eine Abschwächung des Wachstums. Bei BMW wird ein Zuwachs in Größenordnung von etwa 38 Prozent prognostiziert, bei Audi ein Plus von 18,5 Prozent.

Grundsätzlich sind die Aussichten für alle Premiummarken auf dem Subkontinent sehr gut. So erwartet IHS bis 2020 einen Absatzsprung von 35.300 Einheiten im vergangenen Jahr auf über 87.000 Einheiten bis ins Jahr 2020. Härter werde in der Zeit aber auch die Konkurrenz durch neue Player wie Infiniti, Hyundai-Premiumableger Genesis und Lexus.

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Frank Volk