Auf dem Bild sind Mitarbeiter in der Montage für Energiespeicher von Mercedes-Benz zu sehen.

Mercedes-Benz Energy entwickelt Energiespeicherlösungen in Kamenz als Tochtergesellschaft der Daimler AG. Durch eine Kooperation mit BJEV sollen nun 2nd-Life-Energyspeicher in Peking entwickelt werden. Bild: Daimler AG

Was passiert mit Batterien von Elektrofahrzeugen, wenn die Lebensdauer zwischen acht und zehn Jahren erreicht ist? Denn: Die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien steigt kontinuierlich. An entsprechende Lösungen für stationäre Batteriespeicher im zweiten Leben von Batterien in Elektrofahrzeugen fehlt es häufig noch. Antworten darauf wollen nun Mercedes Benz Energy und Beijing Electric Vehicle (BJEV) durch eine gemeinsame Kooperation in der Entwicklung sogenannter 2nd-Life-Energyspeicher erhalten. Beide Unternehmen planen durch diese Entwicklungspartnerschaft ihre Expertise und Ressourcen entsprechend zu bündeln, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Ziel sei es im Rahmen dieser Partnerschaft am Standort Peking einen 2nd-Life-Batteriespeicher zu errichten. Dabei greifen die Unternehmen auf ausgediente Batterien von Elektrofahrzeugen von BJEV zurück. Weitere potenzielle Projekte sollen aus dieser Kooperation folgen, heißt es von Daimler. Gordon Gassmann, CEO von Mercedes-Benz Energy, sagt zur Kooperation: „Der Ausbau regenerativer und damit schwankungsintensiver Energieerzeugung steigt weltweit rapide an. Auch die tendenziell wachsende Entfernung zwischen dem Ort der Energieerzeugung und dem Ort des Energieverbrauchs stellt die heutigen Stromnetze vor große Herausforderungen. Das schafft weitreichende Chancen für stationäre Energiespeichersysteme weltweit. 2nd-Life-Batteriespeicher sind dabei eine absolut sinnvolle Ergänzung, denn mit der Weiterverwendung ausgedienter Fahrzeugbatterien setzen wir zudem wertvolle Rohstoffe nachhaltig ein.“

 

Auf dem Bild wird symbolisch gezeigt, dass Akkus von Elektroautos im zweiten leben als Energiespeicher dienen können. Das eine Symbol zeigt ein fahrzeug und das zweite Symbol ein Windrad.
Was passiert mit Batterien in Elektrofahrzeugen nach der Lebensdauer? Mercedes-Benz Energy sucht Antworten durch Entwicklungskooperation. Bild: Daimler AG

Mit Blick auf die Wertschöpfungskette von automobilen Batteriesystemen wollen beide Unternehmen einen Grundstein für nachhaltige und erneuerbare Energiewirtschaft legen, heißt es. Mercedes-Benz Energy mit Sitz in Kamenz ist als Tochtergesellschaft der Daimler AG bereits seit 2016 für die Entwicklung von innovativen Energiespeicherlösungen verantwortlich. Diese basieren auf der automobilen Batterietechnologie, die in Elektro- und Hybridfahrzeugen von Mercedes-Benz und smart eingesetzt wird. Die Kooperation mit dem chinesischen Partner BJEV ebnet der Daimler-Tochter nun auch den Weg ins Ausland. Beijing Electric Vehicle wurde 2009 von der BAIC Group als Entwicklungsplattform für New Energy Vehicles gegründet. Mit bereits mehr als 420.000 batterieelektrischen Fahrzeugen auf dem Markt ist BJEV einer der führenden Hersteller von reinen Elektrofahrzeugen in China. Ye Xiaohua, stellvertretender Geschäftsführer von BJEV, betonte: „Die rasante Elektrifizierung von Fahrzeugen hat diese sozusagen von traditionellen Fortbewegungsmitteln in ein neues Instrument des Energiemanagements verwandelt. BJEV ist Experte auf Gebieten wie der Ladeinfrastruktur, Batterietauschinfrastruktur sowie der 2nd-Life-Nutzung von Batteriesystemen. Ich glaube, unsere Kooperation auf dem Gebiet des Energiemanagements wird langfristige und beständige Vorteile mit sich bringen.” Mit umfangreichen Tests und Simulationen werden die Ingenieure von Mercedes-Benz Energy in den kommenden Monaten aufzeigen, wie elektroautomobile Energiespeicher künftig auch das chinesische Stromnetz hinsichtlich Schwankungs- und Stromausfallmanagement effizient und nachhaltig unterstützen können, heißt es vom Hersteller abschließend.

 

  • Akkus aus dem VW-Elektrifizierungsbaukasten MEB

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  • BMW i3

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    Audi verweist auf die Garantie für die Batterie über acht Jahre beziehungsweise 160.000 Kilometer. Bild: press-inform / Audi

  • Automobilakkus

    Nach acht bis zehn Jahren haben die Automobilakkus an Leistungsfähigkeit eingebüßt. Bild: Nissan

  • Renault Zoe

    Wenn es an den Austausch der Batterien im Renault Zoe geht, haben die Franzosen noch nichts im Programm. Bild: press-inform / Renault

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    BMW hat bereits ein Austauschprogramm für die i3-Akkus angeboten, das aber mangels Nachfrage eingestellt wurde. Bild: BMW

  • Nissan Leaf

    Nissan bietet für den Leaf ein Austauschprogramm für Batterien an. Bild: Nissan

  • Amsterdam Arena

    Bei der Amsterdam Arena werden Nissan Leaf Batterien als Speicher eingesetzt. Bild: press-inform / Nissan

  • VW I.D. 3

    Der VW I.D. 3 soll zum Erfolgsmodell werden. Bild:

  • VW I.D. Crozz II

    VW I.D. Crozz II. Bild: Volkswagen