Mercedes-Benz transformiert Berlin zum High-Tech-Standort

Berlin wird zum Kompetenzzentrum für Digitalisierung im globalen Mercedes-Benz Produktionsnetzwerk und unterstützt den weltweiten Rollout für neue Releases und Apps im MO360-Ökosystem. (Bild: Daimler)

Mercedes-Benz fährt die Elektro-Offensive hoch. Im Rahmen der Strategie, bis 2030 vollelektrisch zu werden - wo es die Marktgegebenheiten zulassen - kommt dem Standort Berlin-Marienfelde eine bedeutende Rolle zu. So entsteht dort zum einen ein Digital Factory Campus, der ganz im Sinne des digitalen Ökosystems MO360 agieren soll, dem im vergangenen Jahr in Sindelfingen gestarteten modularen und erweiterbaren System des Automobilherstellers. Zum anderen wird die bestehende Fertigung klassischer Antriebe um Elektromotoren des britischen Elektromotorenunternehmens Yasa ergänzt.

Mercedes-Benz hatte das Unternehmen Yasa aus Oxford in diesem Sommer übernommen. Damit wird Berlin nun erstmals auch E-Maschinen fertigen. Die Entwicklung der Systeme verbleibe jedoch weiterhin in Großbritannien, sagt Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz AG, Produktion und Supply Chain.

Für den Transformationsprozess baut man beim Automobilhersteller vorwiegend auf die bestehende Berliner-Belegschaft, die derzeit rund 2.300 Angestellte umfasst. Die Berliner Kolleginnen und Kollegen seien im höchsten Maße motiviert und würden in der hier vor Ort gegebenen Startup-Mentalität durch Schulungsmaßnahmen fortgebildet, so Burzer. Als Trainings- und Qualifizierungszentrum sollen in Berlin künftig Schulungsprogramme für das gesamte Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz entwickelt und implementiert werden. Der Mercedes-Produktionschef sieht hier auch im Licht des im Umfeld bestehenden Wettbewerbs, etwa mit Blick auf das US-Unternehmen Tesla, das im nahe gelegenen Grünheide sein Werk hochzieht, keine kritische Situation mit Blick auf den "War of Talents". Denn bei Daimler setze man stark auf die hauseigenen Talente und deren Förderung, so Vorstand Burzer.

Qualifizierungsoffensive als Fundament für die Transformation

In Berlin sollen eine Reihe modernster Pilotlinien und Testzellen bereits im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig werde der Campus zum MO360 Trainings- und Qualifizierungszentrum, heißt es beim OEM. Eigenen Angaben zufolge investiert Merceds-Benz in den kommenden sechs Jahren einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag in die Transformation seines Werks Berlin-Marienfelde.

Als Trainings- und Qualifizierungszentrum will man in Berlin künftig Schulungsprogramme für das gesamte Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz entwickeln und implementieren. Darüber hinaus habe man für das Werk Berlin ein passgenaues Qualifizierungsprogramm für zukünftige digitale Profile erarbeitet. Als Beispiel hierfür nennt man beim OEM das Profil des Junior Software Entwicklers für den Mercedes-Benz Digital Factory Campus.

Die Transformation von einem Produktionsstandort für rein konventionelle Antriebskomponenten hin zu einem Kompetenzzentrum für Digitalisierung und Produktion im Bereich E-Mobilität sieht Jörg Burzer als bedeutsamen Schritt für das Unternehmen und die Kolleginnen und Kollegen. Der Produktionschef sagt: "Wir bieten damit wegweisende Perspektiven für den Traditionsstandort und unterstreichen seine Rolle in unserem globalen Produktionsnetzwerk – nicht zuletzt als entscheidender Treiber unserer Digitalisierungsoffensive."

Der Mercedes-Benz Digital Factory Campus in Berlin-Marienfelde
Der Mercedes-Benz Digital Factory Campus als Kompetenzzentrum für Digitalisierung im globalen Produktionsnetzwerk soll im kommenden Jahr den Betrieb aufnehmen. (Bild: Daimler)

Hoch performante Axialflusselektromotoren für AMG-Modelle

Neben einem Schub im Bereich Digitalisierung erfährt Berlin auch innerhalb der Antriebsfertigung einen veritablen Push, denn neben den klassischen Verbrennungsmortoren, die hier künftig im reduzierten Maß vom Band rollen, wird mit den E-Maschinen von Yasa auch die eigene Fertigung von Elektroantrieben beginnen.

Die Besonderheit von Axialflussmotoren, wie sie Yasa in Oxford entwickelt, ist deren geringer Bauraumbedarf. Bei einem Axialflussmotor stehen alle Spulen des Stators senkrecht zur Richtung der magnetischen Feldlinien. Die Motoren sollen sich durch eine enorme Leistungsdichte sowie eine hohe dauerhafte Leistung auszeichnen. Diese Eigenschaften bieten Jörg Burzer zufolge ideale Symbiosen mit den AMG-Modellen und ihrem High-Performance-Anspruch. Zu den Abstrahlwirkungen auf andere Elektro-Antriebe befragt, sieht Vorstand Burzer in der Yasa-Technik auch Potenzial für das weitere E-Antriebs-Portfolio des Automobilherstellers. Zu Details oder gar Zeitfenstern hielt sich der Vorstand anlässlich einer Pressekonferenz jedoch noch bedeckt.

High-Performance-Elektromotoren von Yasa
Der Mercedes-Benz Standort Berlin-Marienfelde erweitert sein elektrisches Produktportfolio künftig um die Montage von High-Performance Elektromotoren von Yasa. (Bild: Daimler)

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