Im Berliner Mercedes-Benz-Werk werden ab 2012 Elektro-Motoren gefertigt. (Bild: Daimler)

Im Berliner Mercedes-Benz-Werk werden ab 2012 Elektro-Motoren gefertigt. (Bild: Daimler)

Das Bremer Mercedes-Benz Werk bereitet sich auf die Produktion eines vierten Modells der volumenstarken C-Klasse Baureihe vor. Ab 2011 wird zusätzlich zu drei bereits vorhandenen Modellen auch ein Coupé flexibel auf einer Linie gefertigt werden. Diese neue Variante ergänzt die aktuelle Bremer Modellpalette von Mercedes-Benz im C-Klasse Segment, bestehend aus Limousine, dem T-Modell (Kombi) sowie dem kompakten Sport Utility Vehicle (SUV) GLK.

„Die Vorstandsentscheidung, auch das Coupé der aktuellen C-Klasse hier in Bremen zu fertigen, ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf unserem Weg zum C-Klasse Kompetenzzentrum der Daimler AG und ein klares Zeichen des Vertrauens in das Können und die Leistung der Bremer Mannschaft“, sagt Peter Schabert, Leiter Mercedes-Benz Werk Bremen.

Das Bremer Werk wird zum weltweiten Kompetenzzentrum für die volumenstarke C-Klasse Baureihe ausgebaut. Die Vergabe des neuen Coupés ist die konsequente Umsetzung dieser Strategie. Wie bereits im Dezember 2009 bekanntgegeben, wird mit der Einführung der nächsten Generation der C-Klasse ab 2014 am Standort die Produktion der C-Klasse Limousine für Märkte in Europa sowie die Fertigung aller weiteren Derivate der Baureihe gebündelt.

Das Bremer Werk stellt seine Produktionsflexibilität bereits heute dadurch unter Beweis, dass es drei Fahrzeugmodelle (C-Klasse Limousine, C-Klasse T-Modell und GLK) auf einer Montagelinie fertigt. Die Fahrzeuge können unabhängig von Modell, Variante (z.B. Links- oder Rechtslenker, Allrad- oder Heckantrieb) und Ausstattung in jeder denkbaren Reihenfolge über das Montageband laufen – exakt so, wie die Kundenaufträge es verlangen. Ab 2011 werden die Bremer nun mit dem Coupé ein viertes Modell in die Produktion integrieren und damit die Flexibilität des Standorts erneut unterstreichen.

Neben den genannten Modellen der C-Klasse Baureihe werden in Bremen auch Fahrzeuge der E-Klasse produziert: Coupé und Cabrio entstehen flexibel auf einer Produktionslinie. Auch die Roadster der SL- und der SLK-Klasse werden ausschließlich in Bremen gefertigt. Mit rund 12.600 Mitarbeitern ist das Mercedes-Benz Werk der größte private Arbeitgeber in der Region.

Auch im Berliner Werk wird in den nächsten Jahren eine weitere, neue Produktionsstraße geben. Das dortige Mercedes-Benz-Werk wird ab 2012 eine neue Generation von Getriebe-integrierten Elektromotoren für Hybrid-Fahrzeuge von Mercedes-Benz produzieren. Durch die Entscheidung nimmt der Standort eine zukünftige Schlüsseltechnologie in sein Produktionsportfolio auf. Durch die intensive Zusammenarbeit zwischen dem Werk und den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen bestehen hervorragende Voraussetzungen zur Weiterentwicklung und Fertigung neuester Technologien.

Volker Stauch, Leiter Produktion Powertrain Mercedes-Benz Cars: „Die Elektrifizierung des Antriebs wird für die Mobilität der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Das Werk Berlin verfügt bereits heute über ein umfangreiches Know-how bei der Herstellung von elektrisch geregelten Komponenten. Durch diese Entscheidung übernimmt dieser Standort eine noch bedeutendere Rolle bei der Gestaltung des zukünftigen Antriebsportfolios von Mercedes-Benz.“

Thomas Uhr, Leiter des Mercedes-Benz Werkes Berlin: „Das ganze Team in Berlin hat lange und intensiv daran gearbeitet, die Potenziale der Elektromobilität am Standort aufzubauen. Dass wir mit unserem Gesamtpaket überzeugen konnten, ist ein Verdienst unserer Mitarbeiter. Unser Ziel ist es, auch künftig mit unseren Leistungen zu punkten und das Zeitalter der Elektromobilität mit zu gestalten.“

Mit dieser Entscheidung setzt Mercedes-Benz Cars seine Strategie fort, Technologien zur Elektrifizierung des Antriebs, auch in der Produktion, als Kernkompetenz aufzubauen. Die Vergabeentscheidung zur Entwicklung und Produktion des neuen Getriebe-integrierten Elektromotors nach Berlin ist im Rahmen der Gesamtstrategie zur aktiven Gestaltung nachhaltiger Mobilität gefallen. Im Rahmen dieser Strategie hat Daimler durch zwei Gemeinschaftsunternehmen mit der Evonik Industries AG auch eine führende Rolle in der Entwicklung und Fertigung von Batteriezellen sowie der künftigen Produktion von Lithium-Ionen-Batteriesystemen übernommen.

Für die neuen Produktionsumfänge im Werk Berlin wird zurzeit eine Halle von 4.000 m² Fläche umgebaut. Das Unternehmen investiert insgesamt rund 40 Millionen Euro in die Entwicklung und die Produktion des neuen Motors. Bis Anfang 2011 sollen die erforderlichen Maschinen und Anlagen in den neuen Produktionsgebäuden errichtet werden. Insgesamt 50 Mitarbeiter werden sich in Zukunft mit der Entwicklung und Fertigung dieser Elektromotoren am Standort beschäftigen. Die Motoren kommen voraussichtlich ab 2012 in Hybrid-Fahrzeugen von Mercedes-Benz zum Einsatz.

Bei dem Elektromotor handelt es sich um eine Getriebe-integrierte Version, d.h. der Elektromotor wird als Teil des Automatikgetriebes eingebaut und entwickelt eine Leistung von 15 kW und mehr. Er unterstützt im Zusammenspiel mit dem Verbrennungsmotor die Fahrleistung und senkt den Verbrauch indem er beispielsweise beim Bremsen Energie zurückgewinnt, so dass die Batterie geladen wird.

Das Werk Berlin ist aufgrund seiner über 100-jährigen Tradition fest am Standort der Hauptstadt verwurzelt. Die Geschichte des Elektromotors hat hier ihren Anfang. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Elektromotor als Alternative zum Verbrennungsmotor gehandelt. Die Motorfahrzeug und Motorenfabrik Berlin-Marienfelde, Vorläufer des heutigen Mercedes-Benz Werks Berlin, stellte bereits 1898 ihr erstes Elektrofahrzeug vor. Partner des Projekts war die US-amerikanische Columbia Electric Company in Connecticut, die noch bis 1918 Elektroautos baute. Der Lizenzvertrag mit dem Berliner Werk, das aus der Firma Altmann & Cie. GmbH hervorgeht, wurde bereits 1897 unterzeichnet. 1899 bot die Motorfahrzeug- und Motorenfabrik Berlin-Marienfelde auf der Basis des amerikanischen Patents vier verschiedene Personenwagen an. Mit der schnellen Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors vermochte das Elektromobil nach dem System Columbia Electric jedoch nicht mitzuhalten. So wurde die Produktion in Berlin-Marienfelde bereits 1902 wieder eingestellt. Im selben Jahr fusionierte mit Beschluss vom 16. August die Daimler-Motoren-Gesellschaft mit der Motorfahrzeug- und Motorenfabrik Berlin-Marienfelde.

Derzeit fertigt das Werk Berlin V6- und V8-Dieselmotoren sowie V12-Biturbo-Motoren für die Marken Mercedes-Benz und Maybach. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Produktentwicklung und Produktion im Bereich Komponenten und Teile.