Russland

Russland ist für Mercedes eine wichtiger Absatzmarkt. Derzeit verhandelt Daimler offenbar wieder über den Aufbau einer Pkw-Produktion. – Bild: Volk

Bislang produziert Daimler in Russland lediglich Nuzfahrzeuge. In Tartastan werden mit dem Partner Kamaz schwere Lastwagen hergestellt, in Nischni Nowgorod in Kooperation mit der Gaz-Gruppe der Sprinter. Bereits seit Jahren ist zudem der Aufbau einer Pkw-Produktion im Gespräch und es gab dazu auch immer wieder Verhandlungen, letztlich wurde aber nie eine Entscheidung gefällt. Nun scheint es erneut einen ernsthaften Vorstoß in diese Richtung zu geben. So zitiert die österreichische Tageszeitung den Vizegouverneur der östlich Moskau gelegenen Region Wladimir, Alexej Martschenko, mit dem Satz: “Wir werden um das Unternehmen kämpfen. Es ist eine Vollproduktion, eine große Fabrik.”

Überraschend ist an der Information, dass sich Daimler nun offenbar auch in dieser Region abseits der Industriezentren umschaut. Im Gebiet Wladimir gibt es bislang keine nennenswerte Automobilproduktion. Als eines der großen Probleme des Standorts Russland gilt neben der fehlenden Qualität auch ein zu dünnes Zuliefernetz. Deshalb war damit gerechnet worden, dass sich Daimler – sollte es zur Entscheidung für eine Pkw-Produktion kommen – in einer Region mit einer bereits vorhandenen Infrastruktur für die Autoindustrie ansiedelt wie etwa Kaliningrad oder Tatarstan.

Seitens Daimler gab es zu den konkreten Verhandlungen keinen Kommentar. Auf Anfrage hieß es nur, dass es derzeit keine Entscheidungen zur Aufnahme einer lokalen Fertigung von Mercedes-Benz Pkw in Russland gebe. Richtig sei allerdings, dass Daimler kontinuierlich und vor dem Hintergrund von Marktwachstum und Absatzpotenzialen die Rahmenbedingungen für eine Fertigung vor Ort anschaue. Das gelte für alle Märkte und Regionen – Russland inklusive.

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Frank Volk