Mercedes S-Klasse

Attacke: Mit der neuen S-Klasse will Mercedes verlorenen Boden in China wieder gut machen. Bild: Mercedes-Benz

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im vergangenen Jahr verkaufte BMW sein Topmodell 7er 26.000 mal, Mercedes konnte von der S-Klasse nur 22.000 Einheiten absetzen. Audi hat in China in den ersten fünf Monaten diesen Jahres fast 220.000 Autos absetzen können. BMW und seine Marke MINI verkauften im gleichen Zeitraum knapp 185.000 Einheiten. Mercedes konnte zwar einen Anstieg von 41,8 Prozent verzeichnen, das hohe Plus liegt aber vor allem an den katastrophalen Vorjahreszahlen. Betrachtet man die absoluten Zahlen, sieht man, dass Mercedes in diesem Jahr nur gut halb so viele Autos wie Konkurrent Audi absetzen konnte. Lediglich 112.500 Mercedes-Modelle fanden einen Käufer im Reich der Mitte.

Laut Meinung der Experten von IHS, wird Mercedes auch in den kommenden Jahren nicht am Thron von Audi rütteln können. Für den Autobauer aus Ingolstadt wird ein Absatz von über 600.000 Fahrzeugen im Jahr 2015 und von mehr als 700.000 Einheiten im Jahr 2017 prognostiziert. Die entsprechenden Zahlen für BMW lauten 450.000 Einheiten für das Jahr 2015 und 600.000 im Jahr 2020. Für Mercedes sehen die Analysten einen Absatz von 330.000 Einheiten im Jahr 2015 und einen Anstieg auf rund 450.000 im Jahr 2020 voraus.

Das rasante Wachstum des chinesischen Premiumauto-Marktes wird, laut Einschätzung der Branchenexperten von IHS, nicht von Dauer sein. Denn mit dem Markteintritt von japanischen und amerikanischen Premium-Marken sowie Jaguar und anderen erweitert sich der Kreis der Akteure, die um einen Anteil am chinesischen Markt kämpfen. Prognosen von IHS Automotive sagen für den Zeitraum ab 2017 bei allen drei Premium-Marken einstellige Wachstumsraten in China voraus. So wird es Mercedes schwer haben, an BMW und Audi vorbei zu ziehen.

Auf dem größten Automarkt der Welt, fällt die Entscheidung, ob Daimler-Chef Dieter Zetsche das Ziel schafft, bis 2020 wieder der weltweit größte Premiumhersteller zu werden. Mit 20 neuen oder modifizierten Modellen will Mercedes die Käufer überzeugen und Fehler aus der Vergangenheit ausmerzen. “Wir lernen, China besser zu verstehen und das auch in der Produktentwicklung umzusetzen. Da waren wir ein bisschen hinterher”, sagte Troska der FAZ. Wachstumstreiber für die Zukunft sollen neben der neuen S-Klasse ab Herbst auch die neue C-Klasse sein. Die Stuttgarter dürfen dabei keine Zeit verlieren. Platzhirsch Audi verkaufte 2013 mit 492.000 Autos mehr als doppelt so viele Einheiten in China wie Mercedes (228.000 Einheiten).

Weltweit verbuchte Daimler im vergangenen Monat ein Plus von 6,4 Prozent auf 149 471 Wagen.

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Gabriel Pankow/dpa-AFX/IHS