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In den ersten sechs Monaten des Jahres hatte die Porsche SE bereits gut verdient - unter dem Strich blieben 1,15 Milliarden Euro. - Bild: dpa

Eine Firma aus dem Reich der Merckle-Unternehmensgruppe hat bereits vor einigen Wochen beim Landgericht Braunschweig Klage auf 213 Millionen Euro Schadenersatz eingereicht. Das teilte ein Sprecher der Porsche SE am Donnerstag in Stuttgart mit und bestätigte damit Informationen der “Wirtschaftswoche”. Der Sprecher sagte: “Wir halten die Klage für unbegründet und werden uns gegen diese verteidigen.”

Porsche sieht sich mit mehreren Klagen konfrontiert

Die Porsche-Dachgesellschaft PSE sieht sich am Braunschweiger Landgericht schon mit mehreren Klagen in Milliardenhöhe konfrontiert und hatte jüngst erste Teilerfolge erzielt. Bei allen Fällen geht es um Forderungen, die mit der Übernahmeschlacht gegen Volkswagen vor rund vier Jahren zusammenhängen. Anleger fühlen sich rückblickend um viel Geld gebracht. Der Übernahmeversuch der Schwaben hatte enorme Kursturbulenzen ausgelöst – über die damalige Informationspolitik an die Finanzwelt für die nötige Transparenz wird nun gestritten.

Initiator der jüngsten Klage ist die HWO GmbH aus dem Kreis der milliardenschweren Merckle-Gruppe, die etwa am Dax-Konzern HeidelbergCement und am Pistenraupenbauer Kässbohrer beteiligt ist. Der Milliardär Adolf Merckle hatte sich nach Informationen mehrerer Medien, darunter die dpa, mit VW-Aktien verspekuliert und schwere Verluste eingefahren. Er nahm sich 2009 das Leben. Seine Familie teilte damals mit, die Finanzkrise und die daraus folgende wirtschaftliche Notlage seiner Unternehmen hätten ihn gebrochen.

Eine Sprecherin des Braunschweiger Landgerichts bestätigte am Donnerstag zwar den Eingang einer neuen Klage, wollte aber keine näheren Angaben machen. “Am Anfang eines solchen Verfahrens müssen wir zunächst die Einzelheiten prüfen”, sagte sie. Erste Details stellte die Sprecherin für diesen Freitag in Aussicht.

In Braunschweig hatte ein Richter die Porsche SE erst vor wenigen Wochen in zwei Fällen vom Vorwurf der Marktmanipulation im Zuge der Übernahmeschlacht mit VW 2008/2009 entlastet. Ein privater Investor und eine Schweizer Fondsgesellschaft hatten Schadenersatz in Höhe von zusammen 4,7 Millionen Euro verlangt, weil die Stuttgarter in damals verbreiteten Pressemitteilungen ihre wahre Absicht verschleiert hätten, den viel größeren Volkswagen-Konzern schlucken zu wollen.

Jedoch muss Porsche weiter zittern: Voraussichtlich im Frühjahr 2013 verhandelt die zuständige Kammer drei weitere Verfahren, in denen sich die Klagesumme auf mehr als 4 Milliarden Euro beläuft. Hier richten sich die Manipulationsvorwürfe zum Teil auch gegen VW.

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dpa/Guido Kruschke