Mini Cabrio

Der spricht Frauen an: MINI weist mit deutlichem Abstand den höchsten Frauenanteil unter den Erstkäufern am Privatmarkt auf. - Bild: BMW Group

Laut der Studie lag der Frauenanteil unter den Privatkäufern in den ersten sieben Monaten bei 33,4 Prozent und verharrt damit seit 2010 auf etwa demselben Niveau. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Instituts, sieht in der niedrigen Quote der Frauen unter den Autokäufern einen der wesentlichen Gründen für die Schrumpfung des deutschen Automarktes von 3,5 Millionen im Durchschnitt der 90er Jahre auf mittlerweile etwa drei Millionen. Denn: obwohl Frauen laut der letzten Bevölkerungszählung vom April 2011 über 51 Prozent der Bevölkerung stellen, treten sie als Erstkäufer am privaten Automarkt nur unterdurchschnittlich in Erscheinung. Der Privatmarkt seinerseits ist in den vergangenen 20 Jahren dramatisch geschrumpft. Wurden laut CAR-Zahlen 1991 in Deutschland noch 66 Prozent aller Neuwagen von Privatkunden gekauft, waren es in den ersten sieben Monaten diesen Jahres nur noch 37,3 Prozent – ein historischer Tiefstwert. Dudenhöffers Fazit: Nur wenn es den Herstellern gelingt, weibliche Autokäufer als Zielgruppe zu erschließen, könne der Abwärtstrend am deutschen Automarkt gestoppt werden.

Dass es bislang nicht gelungen ist, die Frauenquote zu heben, verortet der CAR-Chef an den männlichen Strukturen: “Die Autowelt bleibt auch 2014 eine Männerwelt, in der PS und männliches Design der Autos angesagt sind, die überwiegend männlichen Verkäufer sind auf technische Produktfakten trainiert.” Zudem lägen die meisten Autohändler in Industriegebieten. In Summe stellt Dudenhöffer fest: “Der gesamte Marketingmix liegt schief, wenn es um die größte Zielgruppe geht.”

Premiummarken haben schweren Stand

Eine Kritik, die auf die Marke MINI nicht zutrifft: Mit einer Quote von 52,1 Prozent der Erstkäufer in den ersten sieben Monaten, ist die BMW-Konzernmarke der Frauenversteher schlechthin und führt das Ranking deutlich vor Hyundai (43,4 %), Peugeot (41,1 %) und Renault, Suzuki und Seat mit jeweils 40 Prozent. Handelt es sich dabei weitgehend um Hersteller mit Stärken im Kleinwagensegment, finden sich am Ende des Rankings mit Jeep (19,9 %), Porsche (19,4 %), Mercedes (17,8 %) und Jaguar (15,0 %) echte Männermarken. Generell haben Premiumhersteller mit ihren tendenziell großen Autos bei Frauen einen schweren Stand. Bestplazierte Premiummarke ist Audi auf Rang 20 mit 29,8 Prozent und BMW mit einem Frauenanteil von 25,9 Prozent (Rang 23). Porsche und Mercedes liegen ganz am Ende des Rankings.

Ein interessantes Bild gibt Smart ab. So liegt die Frauenquote von Daimlers Kleinstwagenmarke bei gerade mal 29,2 Prozent und damit deutlich unter dem Durchschnitt von 33,4 Prozent. Einen möglichen Grund sieht die Studie darin, dass der Smart-Handel in den Mercedes-Autohäusern integriert ist, diese aber wiederum hauptsächlich Männer ansprechen.

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Frank Volk