Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire  Ghosn

"Herr Ghosn ist heute nicht in der Lage, das Unternehmen zu führen", sagte Wirtschafts- und Finanzminister Le Maire am Dienstag (20. November 2018) dem Radionachrichtensender Franceinfo. Die Regierung betreibe nicht die förmliche Ablösung des Topmanagers, sagte Le Maire. "Wir haben keine Beweise." Bild: Bruno Le Maire

Nach der Verhaftung von Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn in Japan fordert die französische Regierung für Renault eine kommissarische Führung. "Herr Ghosn ist heute nicht in der Lage, das Unternehmen zu führen", sagte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Dienstag (20. November 2018) dem Radionachrichtensender Franceinfo.

Le Maire hat in der Krise ein gewichtiges Wort mitzureden, denn der französische Staat hält 15 % der Anteile bei Renault. Die Regierung betreibe nicht die förmliche Ablösung des Topmanagers, sagte Le Maire. "Wir haben keine Beweise." Der Renault-Verwaltungsrat sollte sich nach Auffassung Le Maires "in den kommenden Stunden" zusammenfinden, um eine kommissarische Führung für das Unternehmen zu bestimmen. Bisher gibt es keinen offiziellen Termin für dieses Treffen.

Ghosn war am Montag (19. November 2018) wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Börsenauflagen verhaftet worden. Internen Ermittlungen zufolge sollen Ghosn und ein weiterer Manager ihre Geldbezüge in offiziellen Berichten an die japanische Börse falsch dargestellt und in Ghosns Fall zu niedrig beziffert haben. Medien hatten berichtet, Ghosn habe seit 2011 über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 5 Mrd Yen (rund 40 Mio Euro) Einkommen zu wenig angegeben.