Toyota Aygo

Der Aygo mit auffälligem X-Frontdesign soll junge Kunden anlocken. Bild. Toyota

Schon im März hatte VW-Vorstandschef Martin Winterkorn angekündigt, dass der VW-Konzern “die Marke der zehn Millionen Auslieferungen” schon in diesem Jahr übertreffen könnte. Nach dem Bestwert in 2013 von 9,73 Millionen Fahrzeugen müssten die Wolfsburger aber mindestens rund drei Prozent Absatzzuwachs verzeichnen. Fazit: Das VW-Toyota-Duell ist für das aktuelle Jahr längst noch nicht entschieden.

Mit drei Themen will Toyota die Weichen in Europa auf Wachstum stellen: Durch die Eroberung neuer Kunden, einheitliche Verkaufsprozesse, sowie mit seiner Hybridtechnik. Um neue Kunden zu gewinnen plant Toyota keine Modelloffensive, sondern will sich lieber auf einige wenige Modelle fokussieren. Der Erfolg des Auris, der 2013 das drittmeistverkaufte Kompaktfahrzeug auf dem deutschen Privatmarkt war, soll durch Marketingmaßnahmen weiter ausgebaut werden. “Der Auris ist nicht das einzige Modell, dem wir eine wichtige Rolle bei der Eroberung neuer Kunden zuschreiben. Auch mit dem neuen Aygo und seinem auffälligen X-Frontdesign wollen wir junge Menschen für Toyota begeistern”, erklärte Tom Fux, Präsident von Toyota Deutschland, kürzlich in einem Mediengespräch. Beim Aygo setzt Toyota auf Individualisierung. Farbe und Ausführung von bis zu zehn Komponenten können kombiniert werden. Und auch im Thema Konnektivität sieht sich Toyota vorne: “Die Kunden können mit dem Aygo über ihr Smartphone auf das Internet und GPS-Funktionen zugreifen”, so Fux.

Die Digitalisierung setzt sich im Showroom fort: Toyota plant den Händlerbesuch besser zu inszenieren und hat deswegen das Programm “Toyota One” ins Leben gerufen. Das Konzept vereinheitlicht den Kontakt zwischen den Kunden und der Marke vom ersten Klick auf der Website bis zum Vertragsabschluss beim Händler. 94 Prozent der Kunden starten ihren Autokauf im Internet. “Deshalb ist es extrem wichtig, dass es keinen Bruch gibt zwischen dem Online-Erlebnis und den Erfahrungen, die der Kunde beim Händler macht”, erklärt Fux. Das Außendesign der Händler kann gleich bleiben. Die Änderungen beschränken sich in der ersten Phase auf eine sogenannte Model-Hero-Zone. Dort werden die Modelle, die Toyota speziell bewirbt, besonders in Szene gesetzt.

Neben den Privatkunden fokussiert Toyota künftig noch stärker auf Geschäftskunden. Dabei setzt der japanische Autobauer auf Hybride. “Bereits heute entscheidet sich schon mehr als jeder vierte Toyota-Kunde für ein Hybridfahrzeug. Das ist ein toller Wert den wir noch weiter ausbauen wollen”, berichtet Fux. Ziel sei es den Hybridverkaufsanteil insgesamt bis 2020 auf 50 Prozent zu steigern. In Deutschland wurden 2013 immerhin 26.348 Hybrid-Modelle verkauft; ein Anstieg um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hiervon waren 78 Prozent Toyota- oder Lexus-Modelle, laut Fux.

Langfristig verfolgt Toyota das Ziel neben der Hybridtechnik ein weiteres alternatives Antriebskonzept zu etablieren. “Größere Fahrzeuge werden in Zukunft über einen Brennstoffzellenantrieb verfügen. Ähnlich wie beim Prius wird Toyota auch hier Pionierarbeit leisten”, verspricht Masaki Hosoe, Chairman von Toyota Deutschland. Noch im nächsten Jahr will Toyota zunächst in Japan, den USA und auch in einigen europäischen Ländern Autos mit Brennstoffzelle auf die Straße schicken.

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Bettina Mayer/Gabriel Pankow